Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Bienensterben: Imker warnen, Ursache unklar. URSACHENFORSCHUNG / Viele Imker haben keine Bienen mehr. Der Grund dafür ist rätselhaft: Experten sind sich nicht einig.

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VON SARAH BAUMGARTNER

REGION / Von „besorgniserregend“ bis hinzu „katastrophal“ beschreiben Imker die aktuelle Situation im Südburgenland. Vor allem in den Bezirken Güssing und Jennersdorf haben zahlreiche Imker viele ihrer Bienenvölker verloren. Ingolf Hofmann, Imker aus Limbach, hatte vor der Winterpause noch 27 Stöcke: „Von den 27 Völkern lebt nur noch eines. Alle anderen sind im Oktober verstorben.“

Weniger Bienen bedeuten  weniger Obst und Gemüse

Das „Epizentrum“ des Bienensterbens scheint rund um Jennersdorf zu liegen. Dort wird es laut Hofmann in der kommenden Saison sogar bienenfreie Landstriche geben. Eine Katastrophe für Umwelt, Landwirtschaft und alle, die davon abhängig sind – also praktisch jeder.

Laut offizieller Statistik sind 2011 21 Prozent der Bienen im Burgenland gestorben. Der zuständige Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld spricht aber nur von „einem Fall“ im Bezirk Güssing. Die Zahl dürfte aber weitaus höher liegen. Das Problem ist, dass viele Imker ihre toten Völkern nicht – wie es nach dem Bienengesetz eigentlich vorgeschrieben wäre – bei den zuständigen Veterinärämtern melden. In der Steiermark sind offiziell 50 Prozent aller Bienen tot, Tendenz steigend.

Sucht man nach den Ursachen, kommt man auf keine eindeutige Spur. Viele sprechen von sogenannten „systemischen Mitteln“ (gebeizte Maiskörner), die beim Anbau von Mais, Raps, aber auch im Obst- und Weinbau wesentlich zur Sterblichkeit der Bienen beitragen. In zahlreichen Ländern Europas gibt es bereits keine Zulassung mehr für derartige Mittel. In Österreich sind sie aber noch erlaubt.

Auf der anderen Seite spricht Emmerich Fazekas, burgenländischer Landesvorsitzender des Imkerbundes, davon, dass die Varroamilbe hauptverantwortlich für das Bienensterben sei. Auch Liegenfeld spricht davon, dass die Varroamilbe resistent gegen die Behandlung der Imker sei. „Es wurde bereits ein Projekt namens ’Melissa‘ gestartet“, so Liegenfeld. Imker Hofmann kennt das Vorhaben: „Bei diesem Projekt wird die Auswertung unserer eingeschickten Proben vom Landwirtschaftsministerium bezahlt. Für genauere Pollenuntersuchungen reicht dieser Betrag aber nicht.“ Vor allem aber bringe es tote Bienen nicht mehr zurück.