Erstellt am 05. August 2015, 06:36

von Michael Pekovics

,Bio-Ersatz‘ wirkt genauso. Erfahrungen / Natürliches Mittel hat selben Effekt, der Einsatz ist ohne höhere Kosten möglich.

Mundschutz trotz Unbedenklichkeit. Der Mundschutz ist vorgeschrieben, egal, ob es sich um glyphosat-haltige Spritzmittel handelt oder nicht (wie hier am Bild, wo natürliche Spritzmittel eingesetzt werden). Foto: Pekovics  |  NOEN, Pekovics
In der Vorwoche hat die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO ihre Einschätzung vom März dieses Jahres bestätigt: Glyphosat kann Krebs auslösen.

Der Wirkstoff ist bereits 60 Jahre alt und wird von Hausgärtnern eingesetzt, wenn Unkraut zwischen Steinen und Platten sprießt. Zwei Handelsketten (Bellaflora, Bauhaus) haben es mittlerweile aus den Regalen verbannt.

Größter Anwender sind Bauern, indem sie Felder vor der Aussaat spritzen, um das Unkraut zu vernichten.

EU-Verordnung bringt Änderungen bei Verkauf

„Ab dem 26. November ist eine Ausbildungsbescheinigung zwingend für den Kauf von Pflanzenschutzmitteln erforderlich, das schreibt eine EU-weite Verordnung vor“, sagt Stefan Winter, Pflanzenschutzexperte der Landwirtschaftskammer. Voraussetzung dafür ist „Sachkundigkeit“ (Studium Landwirtschaft, Facharbeiterausbildung, …) oder die Absolvierung eines Kurses am Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI).

Die Kurse, die bereits seit 1980 angeboten werden, dauern 20 Stunden, die Teilnahmegebühr beträgt 110 Euro, auch Nicht-Landwirte können ihn buchen (mehr Infos auf www.lfi.at oder unter 02682/ 702420). Bei den bisherigen Terminen im heurigen Jahr waren bis zu 100 Landwirte anwesend, im heurigen Jahr wird es aber noch einige Termine geben.

Unbedenkliche Pflanzenschutzmittel (bis zu 500 Quadratmeter behandelte Fläche) sind von der Verordnung nicht betroffen. „Für den normalen Hausgebrauch werden wir vorgemischte Produkte anbieten, die ganz normal zu kaufen sind“, sagt Helmut Stranzl vom Raiffeisen Lagerhaus Unterwart. „Damit soll verhindert werden, dass von sachunkundigen Personen zu viel des Pflanzenschutzmittels ausgebracht wird.“


,Bio-Ersatz‘ wirkt genauso

Erfahrungen | Natürliches Mittel hat selben Effekt, der Einsatz ist ohne höhere Kosten möglich.

OBERWART / Vor dem Sommer hat die Stadtgemeinde auf Antrag von Umweltgemeinderätin Maria Racz im Gemeinderat beschlossen, künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Spritzmitteln wie Round Up & Co. zu verzichten – die BVZ berichtete:

Nach der ersten Probephase steht nun definitiv fest: Das eingesetzte biologische und unbedenkliche Ersatzprodukt erfüllt seinen Zweck genau so gut wie der „giftige Bruder“ und das sogar ohne zusätzliche finanzielle Kosten oder personellen Mehraufwand. „Das eingesetzte Ersatzmittel funktioniert bestens, wir sind mit der Wirkung sehr zufrieden, das Problem von unserer Seite ist gelöst“, sagt Wirtschaftshofleiter Roland Poiger im Gespräch mit der BVZ. Derzeit seien weder höhere Kosten noch mehr Arbeitsaufwand zu erwarten: „Das umweltfreundliche Mittel kostet dasselbe wie Round Up & Co., auch die Arbeitsschritte für die Mitarbeiter sind identisch.“

Eine erfreuliche Entwicklung für zahlreiche Oberwarter, die das Verbot von glyphosathaltigen Mitteln vehement gefordert hatten.