Erstellt am 04. Januar 2012, 00:00

Biomasse: Leitung geplant. ERNEUERBARE ENERGIE / Neue Pläne für Nutzung der Energie aus Oberwarter Biomassekraftwerk: Die Großbetriebe in Bad Tatzmannsdorf sollen damit versorgt werden.

Nur rund ein Drittel der erzeugten Energie wird von »eo«, Dieselkino und Krankenhaus abgenommen - das kostet der Stadtgemeinde Oberwart jährlich rund 50.000 Euro. ARCHIV/LEXI  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

BAD TATZMANNSDORF / Schon länger wird im Kurort über die Versorgung mit Erneuerbarer Energie diskutiert. Im März 2011 wurde Leo Riebenbauer (Technisches Büro für Erneuerbare Energie) mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt. Damals war geplant, am Standort der ehemaligen Firma „Fliesen Rehling“ eine Energiezentrale zu bauen.

Diese Pläne dürften aber vorerst einmal auf Eis liegen. Denn wie FPÖ-Gemeinderat Edi Nicka im Gespräch mit der BVZ meint, soll es nun zu einer anderen Lösung kommen: „Die BEGAS plant die Errichtung einer Leitung vom Biomassekraftwerk in Oberwart nach Bad Tatzmannsdorf. Es gab schon Verhandlungen mit der Gemeinde, die Trassenführung wurde bereits vorgestellt.“ Nicka befürwortet zwar nach wie vor die Versorgung der Großbetriebe mit Erneuerbarer Energie, warnt aber gleichzeitig vor mangelhaften Kontroll- und Einflussmöglichkeiten: „Wer uns versorgt, ist uns eigentlich egal. Aber wer garantiert uns, dass das Werk in Oberwart zu 100 Prozent mit Erneuerbarer Energie betrieben wird?“

„BEGAS in Planungsphase,  auch Haushalte anschließen“

 

Bürgermeister Ernst Karner (ÖVP) bestätigt die Pläne der BEGAS: „Für mich ist wichtig, dass nicht nur die Großbetriebe versorgt werden, sondern dass es auch die Möglichkeit gibt, Haushalte anzuschließen.“ Laut Karner überprüft die BEGAS derzeit, ob ein Anschluss normaler Haushalte überhaupt möglich ist. Für BEGAS-Pressesprecherin Elke Hohlagschwandtner ist die Realisierung noch in weiter Ferne: „Die Leitung nach Bad Tatzmannsdorf ist eine von vielen Varianten. Sollte sich zum Beispiel in Oberwart ein Betrieb ansiedeln, der viel Energie benötigt, dann wäre das Thema auch schon wieder vom Tisch.“ Laut Nicka soll die Detailplanung aber bereits im März fertig sein: „Mir wurde von BEGAS-Mitarbeitern gesagt, dass die Leitungen bis Juni gegraben sein sollen und das Projekt noch im Jahr 2012 finalisiert werden soll.“

Die BEGAS würde mit der Versorgung der Bad Tatzmannsdorfer Großbetriebe ein Problem lösen: Derzeit wird nämlich nur ein Drittel der im Biomassewerk produzierten Energie verbraucht. Weil die Stadtgemeinde Oberwart nicht genug Energie abnehmen kann, muss sie jährlich bis zu 50.000 Euro zahlen. Derzeit verhandeln BEGAS und Stadtchef Gerhard Pongracz (SPÖ) über eine mögliche Lösung des Problems.