Erstellt am 28. März 2012, 00:00

Bürgerliste mischt bei Wahl mit. NEU /  Die Liste „Aktive Gemeinde“ will im Herbst als neue Kraft in den Gemeinderat von Allhau und Buchschachen einziehen und könnte das Zünglein an der Waage sein.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON SILKE ROIS

MARKT ALLHAU /  Am Samstag stellte sich in der Maierhofer Mühle eine neu gegründete Bürgerinitiative vor, die in der Gemeindepolitik ein entscheidendes Wörtchen mitreden möchte: die Liste „Aktive Gemeinde“.

„Nicht parteipolitisch  sondern sachorientiert“

Als „offene Bewegung“, die „definitiv parteipolitisch unabhängig“ und „sach- und projektorientiert“ arbeitet, will sie nach der Wahl im Oktober im Gemeinderat vertreten sein – „als bunte Mischung engagierter Leute“, die etwas zum Gemeinwohl beitragen möchten. Ziel sei es nicht, jemand zu stürzen, und „negativ-kritisch“ dagegen zu arbeiten, sondern als „neue Kraft“ „konstruktiv-gestalterisch“ etwas für die Gemeinde zu tun – fernab von Parteien oder dem Einfluss bestimmter Organisationen.

„Im Sommer ergaben sich erste Gespräche“, erzählen Friedrich Kiradi und Bernd Arthofer. Schließlich wurde die Idee konkreter. Neun Kandidaten gibt es derzeit, man hofft aber auf mehr. Denn „eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist spürbar“, so Kiradi. Und für jene, die sich „parteipolitisch in keine Röhre zwicken lassen wollen“, wie Gerald Kinelly sagte, könnte die Liste eine Alternative bieten.

Neu sind die Themen nicht, um die sich die Initiative kümmern möchte (Finanzen, Wirtschaft, Umwelt, Energie, Landwirtschaft, Infrastruktur und Ortsgestaltung, Jugend und Senioren, Freizeit, Sport, Kultur). Aber dessen sei man sich bewusst. „Wir können das Rad nicht neu erfinden“, so Kiradi, aber man wolle sich „mit Herz und Hirn“ für eine „nachhaltige“, „bürgernahe“ und „transparente“ Gemeindepolitik einsetzen.

Zuweilen waren kritische Stimmen aus den Reihen der zuhörenden Bürger zu vernehmen („unseriöse Worthülsen“). Andere fanden den präsentierten Ansatz „spannend“ und „überzeugend.“ ÖVP- Bürgermeister Hermann Pferschy – ebenfalls als Zuhörer zu Gast – wies zwar darauf hin, dass es auch schon vor zwei Jahren die Möglichkeit gegeben hätte, sich im Rahmen der Dorferneuerung in diesen Bereichen zu engagieren, aber „jeder darf sich natürlich zu einer Bürgerliste formieren.“ Er freue sich „wenn sich Personen finden, die etwas für die Gemeinde tun und konstruktiv zusammenarbeiten wollen“, und er „hoffe, dass das im neuen Gemeinderat dann auch der Fall sein wird.“ Mit Blick auf die jetzige Aufteilung im Gemeinderat, wo die ÖVP mit elf und die SPÖ mit zehn Mandataren vertreten ist, könnte die Liste „Aktive Gemeinde“, hofft Kiradi, künftig jedenfalls ein Zünglein an der Waage sein.

Günther Ziermann, Andreas Musser, Friedrich Kiradi und Bernd Arthofer sind vier von derzeit neun Mitglieder der Liste „Aktive Gemeinde“.