Erstellt am 28. September 2011, 00:00

,Causa Gym‘ vor Höchstgericht. BILDUNG / Bestellung von Ingrid Weltler-Müller ist so gut wie fix. Der unterlegene Kandidat Franz Stangl will „zu 99 Prozent“ beim Verwaltungsgerichtshof berufen.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERSCHÜTZEN / In der Vorwoche trudelte ein Schreiben des Zentralausschusses der AHS-Lehrer (ZA) im Bildungsministerium –  und auch bei der BVZ – ein. Der Grund: Die Schulleiterbestellung am Gymnasium Oberschützen, die sich jetzt schon seit mehr als zwei Jahren in die Länge zieht.

Darin verweigert der ZA der Bestellung von Ingrid Weltler-Müller – sie hatte im Objektivierungsverfahren um drei Punkte mehr als der zweite Kandidat Franz Stangl – die Zustimmung. Die Begründung lautet zusammengefasst: Die Reihung des Landesschulrats sei rechtlich nicht korrekt, die vom Ministerium zugestandenen Mängel blieben ohne Konsequenz und die Anwendung des Gleichbehandlungsgesetzes entspreche laut Beamtendienstrecht nicht dem Gesetz. Zudem hätten „Elemente, die für eine Entscheidung zugunsten Stangls sprechen, keine Aufnahme in den Akt gefunden oder aber wurden vor der Übermittlung des Akts an den ZA entnommen“.

Harte Kritik also, die aber von Landesschulratspräsident Gerhard Resch abprallt: „Einerseits bin ich traurig, dass ein vertrauliches Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt. Andererseits wird der Landesschulrat diese Kritik überleben – unser Objektivierungsverfahren ist gut, andere Bundesländer beneiden uns darum.“

Rechtlich hat die Meinung des ZA keine Auswirkungen. Und fix ist die Bestellung von Weltler-Müller erst dann, wenn „das Schreiben des Ministeriums auf meinem Schreibtisch liegt“, wie Resch sagt. Das dürfte laut ihm „in den nächsten Wochen“ der Fall sein. Insider vermuten, dass die Bestellung von Weltler-Müller bereits bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen des Gymnasiums Oberschützen am 25. Oktober offiziell bekannt gegeben wird. Pikanterweise ist Stangl dabei einer der Hauptakteure, was die Gestaltung des Abends betrifft.

Im Gespräch mit der BVZ sagte Stangl, dass er „zu 99 Prozent“ eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einbringen will: „Das bin ich der Sache schuldig, ich möchten einen juristischen Befund der Causa, deswegen soll das Verfahren genau überprüft werden.“