Erstellt am 10. Juni 2015, 08:07

von Elisabeth Kirchmeir

Tresor war zu schwer. Eine Textilshop-Mitarbeiterin und ihre Freunde wollten rasch zu Geld kommen - ihr Plan ist jedoch gescheitert.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Weil sie Mietschulden hatte, heckte eine 22-jährige Verkäuferin aus dem Bezirk Oberwart einen kriminellen Plan aus: Sie entnahm von Mai bis Juni 2014 mehr als 400 Euro aus der Kassa des Textilshops, in dem sie arbeitete, und am 16. Juni 2014 insgesamt 2342 Euro aus dem Tresor der Firma.

„Meine Freunde wussten, dass ich das Geld hole“, berichtete sie vorige Woche vor Gericht. „Einer meiner Freunde sagte, dass die Firmenleitung draufkommen wird, wer das Geld gestohlen hat.“ Er habe vorgeschlagen, einen Einbruchsdiebstahl vorzutäuschen.

Es sollte nach Einbruchs-Versuch aussehen

Zu fünft seien sie daraufhin nachts zu dem Geschäft gefahren. Eigentlich wollten die Freunde den Tresor aus dem Shop schaffen, doch dieser war einfach zu schwer. „Wir verrückten ihn nur ein bisschen“, erzählte die Hauptangeklagte. Einer ihrer Freunde habe eine Eisenstange genommen und damit eine Schaufensterscheibe eingeschlagen. Die fingierten Einbruchsspuren sollte auf die falsche Fährte locken.

„Es sollte so ausschauen, als ob jemand anderer versucht hätte, einzubrechen“, gab die Verkäuferin, die nach dem Vorfall gekündigt wurde, zu. Einen Teil des gestohlenen Geldes übergab sie ihren Freunden. „Wir sind damit nach Wien in den Prater gefahren und haben alles an einem Tag ausgegeben“, berichtete eine der mitangeklagten Freundinnen.

Den Mittätern wurde vorgeworfen, am Vertuschen des Diebstahls mitgewirkt und das gestohlene Geld ausgegeben zu haben. 1000 Euro stellte die Polizei nach der Tat sicher, 500 Euro hat die Haupttäterin in Raten abgestottert.

Richterin Birgit Falb verurteilte sie zu zwei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Einer der Komplizen, der wegen anderer Straftaten bereits eine längere Haftstrafe verbüßt, muss zusätzlich zwei Monate absitzen, zwei junge Frauen wurden zu bedingten Haftstrafen, eine von ihnen außerdem zu 720 Euro Geldstrafe (unbedingt) verurteilt.