Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Chelsea: let there be rock. Musik / Ihm gehört ein Nachtclub in Wien. Das „Chelsea“, um genau zu sein. Also nicht irgendein Lokal. Aber Othmar Bajlicz ist ja auch nicht irgendwer.

Kultfaktor. Othmar Bajlicz in seinem Nachtclub »Chelsea«. Benannt hat er das Lokal nach seinem Lieblingsfußballclub, dem FC Chelsea (no na!) und dem gleichnamigen Londoner Stadtteil. Vanessa  |  NOEN, Vanessa
Von Vanessa Bruckner

WIEN/SÜDBURGENLAND / Hätte ich Othmar Bajlicz vor unserem Interviewtermin nicht gegoogelt, hätte ich ihn trotzdem auf den ersten Blick erkannt. Das pechschwarze Haar gescheitelt, schwarzes Jackett, spitze, schwarze Stiefeletten - so und nicht anders hat ein Nachtclub- Besitzer und Brit Pop Fan auszusehen!

Vom Profikicker zur Wiener Institution

Bajlicz gründete vor 26 Jahren das „Chelsea“. Ein Lokal am Wiener Gürtel, das, zum Dank des gebürtigen Südburgenländers, schon lange den Status „Kult“ erlangt hat. Der Geschäftsmann stammt ursprünglich aus Weiden bei Rechnitz. Musik war immer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Fußball aber auch. Der 61-Jährige war zwölf Jahre lang Profikicker. Nach dem Ende seiner Karriere landete Othmar bei der Post. „Ein klassischer Bürojob war aber nichts für mich, also dachte ich 'probierst as halt' und habe das Chelsea gegründet.“

Ahnung hat Bajlicz vom Musikgeschäft, so viel steht fest. Im Chelsea gaben sich bereits Musikgrößen wie die Toten Hosen oder die Ärzte die Ehre. Seit 1986 treten hier laufend Livebands auf. „Damals war es etwas ganz Neues, dass in Clubatmosphäre täglich neue DJs auflegten und regelmäßig Bands auf der Bühne standen“, so Bajlicz. Zum Erzählen hätte er genug, der Othmar. Tut er nur nicht - zumindest nicht freiwillig. Eine Geschichte packt er dann doch aus.

„Die Sängerin Beth Ditto und ich sind uns auf den Stiegen Richtung Garderobe begegnet. Wer die ,korpulente Dame‘ kennt, weiß, wie es ausgesehen haben muss, als ich nicht an ihr vorbeigekommen bin“, erinnert sich der Musikexperte schmunzelnd. Sein Chelsea beschreibt Bajlicz so: „Authentisch, rockig und langlebig - genau, wie ich selbst.“ Das Lokal ist für ihn freilich mehr als ein bloßer Job. „Eine Lebensaufgabe?“, frage ich. „Na na“, antwortet Othmar in bestem südburgenländischen Dialekt. „Ein Hobby, tät ich sagen. Aber keine Lebensaufgabe, schließlich wollen wir im Chelsea gute Stimmung und Musik machen, aber nicht gleich die Welt retten.“