Erstellt am 16. November 2011, 00:00

CHRONOLOGIE. GESUNDHEIT / 100 statt 80 Millionen veranschlagt. Geld wird auf dem Kapitalmarkt aufgenommen. Baustart im Herbst geplant.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Seit der Ankündigung der Generalsanierung sind knapp zweieinhalb Jahre vergangen (siehe „Chronologie“ unten). Damals war von Baukosten von 120 Millionen Euro die Rede. Zwischenzeitlich limitierte Landesrat Peter Rezar (SPÖ) das Vorhaben auf 80 Millionen Euro. Daraus wird aber wohl nichts.

Wie das Büro von Rezar bestätigte, wird die veranschlagte Summe auf 100 Millionen Euro erhöht werden müssen: „Aufgrund der letzten Untersuchung der Bausubstanz ergibt sich ein höherer Kostenaufwand“, erklärt Rezar. Seine Sprecherin Gerlinde Stern-Pauer gibt auch zu, dass „die Summe von 80 Millionen schon von vornherein zu niedrig angesetzt wurde“. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase der Generalplanung. Wenn diese abgeschlossen ist, beginnt die Ausschreibung für die Generalunternehmung. Zwar ist laut aktuellem Stand ein Baustart im Herbst 2012 vorgesehen, aber nur wenn „es keine Einsprüche gibt“. Grundsätzlich soll bei der Durchführung des Großprojekts strikt nach den Richtlinien des Bundesrechnungshofes gehandelt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Kosten zu stark ausufern.

Der ursprüngliche Sanierungsplan wird aber nicht verändert. Im November 2010 hieß es noch, dass eine flächenmäßige Erweiterung wohl nicht realisierbar sei. Diese Einschränkung gibt es aktuell nicht mehr: Neben der Sanierung und der Neustrukturierung der einzelnen Abteilungen wird auch ein Zubau errichtet. „Wir wollen das größte Krankenhaus des Burgenlands medizintechnisch auf den neuesten Stand bringen und damit sowohl für Patienten als auch für Mitarbeiter die Situation massiv verbessern“, sagt Rezar. So wird nach der Umbauphase von fünf Jahren eine zentrale Aufnahmestelle der sechs Ambulanzen des Hauses zur Verfügung stehen, zusätzlich werden OP-Bereich, Intensivstation und Notaufnahme zusammengelegt.

Finanziert werden soll das Projekt über den Kapitalmarkt: Die Krages wird sich das Geld aufnehmen und das Land wird die Annuitäten dafür tilgen.

Juli 2008 „… ein Baubeginn 2010 ist aus heutiger Sicht realistisch“ (KRAGES-Geschäftsführer Hannes Frech). Investitionsvolumen: 120 Millionen Euro. „Die Zielplanung ist auf Schiene“ (SPÖ-Landesrat Peter Rezar).

Juli 2009 Konzept für Generalsanierung liegt vor, inklusive Flächenvergrößerung um 20 Prozent, Bauzeit sechs bis sieben Jahre, Kosten von 80 Millionen Euro, Baustart 2010.

September 2009 Berufung zweier Mitbieter gegen Vergabe der Planungsarbeiten, Sanierung liegt auf Eis.

Oktober 2009 Hinter den Kulissen war zu hören, der Baustart könnte sich verzögern, zudem könnte die Obergrenze von 80 Millionen Euro überschritten werden.

Februar 2010 Verzögerung um ein halbes Jahr, Baustart „nicht vor 2011“ (Rezar), Kosten 80 Millionen Euro, Erstellung Generalplan beginnt.

November 2010 Planungsstopp, weil die Schäden an der Bausubstanz umfangreicher sind als vermutet, Verzögerung von „bis zu sechs Monaten möglich, wichtig ist Einhaltung der Budgetobergrenze von 80 Millionen Euro“ (Projektleiter Wolfgang Wallner), Erstellung einer Prioritätenreihung, flächenmäßige Erweiterung wegen zu hoher Kosten vielleicht nicht realisierbar, Baustart unklar.

Februar 2011 Rezar kündigt Start der Generalsanierung für „erstes Quartal 2012“ an und: „Die Kosten von 80 Millionen Euro sollen nicht überschritten werden.

März 2011 Wirbel, weil Kapelle konfessionsfreier Raum hätte werden sollen, Rezar sprach Machtwort, künftig zwei Andachtsräume geplant, Kosten von 80 Millionen Euro.

Oktober 2011 Beim 100-jährigen Jubiläum des Krankenhauses war die Rede von einem Baustart per „Mitte 2012“.

November 2011 Aktuell ist von einem Baubeginn Herbst 2012 die Rede, die Kosten werden wohl höher als die ursprünglichen 80 Millionen sein.

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