Erstellt am 20. März 2013, 00:00

Cobra-Einsatz in Pinkafeld. Auf der Flucht / Bei dem Versuch einen 28-jährigen Mann zum Haftantritt vorzuführen, schlägt der Täter einen Polizisten bewusstlos und verletzt eine Beamtin. Spezialeinheit wird gerufen.

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Von Vanessa Bruckner

PINKAFELD / “Die Cobra in Pinkafeld“ - die Meldung verbreitete sich vergangene Woche wie ein Lauffeuer in der Stadtgemeinde und nein, damit war nicht das gleichnamige Reptil gemeint.

Polizeibeamte aus Pinkafeld forderten Unterstützung der Spezialeinheit Cobra an. Grund dafür: ein 28-jähriger Wiener, der in Pinkafeld wohnhaft ist, sollte zum Strafantritt vorgeführt werden. Ein Routineeinsatz, der diesmal aus dem Ruder lief.

Flüchtiger schlägt 

„Der Mann wurde, beim Versuch ihn festzunehmen, plötzlich äußerst aggressiv“, bestätigt Michael Takacs von der Landespolizeidirektion.

Der Amtsbekannte attackierte die beiden Beamten und widersetzte sich so der Festnahme. „Ein Kollege wurde von dem Täter bewusstlos geschlagen und hat sich bei dem Sturz eine Verletzung am Knie zugezogen. Seine Kollegin wurde am Handgelenk verletzt. Der Täter konnte daraufhin in eine unbekannte Richtung flüchten.“

Da der Mann allgemein als gewalttätig einzustufen ist und die Exekutive eine Bewaffnung nicht ausschließen konnte, wurden zur Unterstützung Polizeistreifen der näheren Umgebung sowie Einheiten der Cobra vom Stützpunkt Süd angefordert.

Augenzeugen haben dann gesehen, wie der 28-Jährige in eine Wohnhausanlage am Alexander Putsch-Platz geflüchtet ist. Laut Auskunft einer Bewohnerin soll der arbeitslose Wiener dort mit seiner Lebensgefährtin gewohnt haben.

Von Verwaltungsstrafe 

Takacs: „Sämtliche Bereiche des Hauses wurden durch die Polizei abgesichert und durchsucht. Wir sind davon ausgegangen, dass sich der Täter in einer Wohnung verschanzt hatte. Die Durchsuchungen verliefen allerdings negativ und bis dato (Anm.: Redaktionsschluss, Dienstagfrüh) ist der Flüchtige auch noch nicht aufgetaucht.“

Mittlerweile ist bekannt, dass der 28-Jährige wegen einer Geldstrafe, die er nicht bezahlt hatte, zum Strafantritt vorgeführt werden sollte.

„Es handelte sich anfangs um eine Verwaltungsstrafe, die durch die Vorfälle jetzt zu einem Gerichtsdelikt wurden. Ihm wird nun auch Widerstand gegen die Staatsgewalt zulasten gelegt,“ so Michael Takacs von der Polizei. Der Wiener ist weiter auf der Flucht, nach ihm wird großräumig gefahndet. Durch die Justiz wurde ein Festnahmeauftrag erteilt.

Großeinsatz. Mehrere Polizeistreifen sowie Cobra-Beamte umstellten das Wohnhaus am Pinkafelder Alexander Putsch-Platz. Vanessa

Aufmerksam. Augenzeugen informierten die Polizei. Sie haben den 28-jährigen Täter in dieses Wohnhaus flüchten gesehen. Laut Anrainern soll der

gebürtige Wiener dort gewohnt haben.