Erstellt am 04. Juli 2012, 00:00

Computer: Vorsicht, Virus. BETRUG IM INTERNET / Jeden zweiten Tag wird ein neuer Fall angezeigt. PC-Besitzer werden aufgefordert 100 Euro zu zahlen. Tun sie es, sind daraufhin alle Daten weg.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / „Ihr Computer ist gesperrt, sie haben einen Virus. Kaufen Sie einen Gutschein und entsperren Sie Ihren PC. Ihre Polizei.“

Diese Meldung lesen derzeit viele Menschen aus der Region, wenn sie ihren Computer einschalten. „Im Schnitt erhalten wir jeden zweiten Tag eine Anzeige“, heißt es aus dem Bezirkspolizeikommando. Das bestätigt auch IT-Fachmann Gerald Wiesinger von PC Taurus in Oberwart: „Dieser Virus ist schon einige Jahre alt. Bis November war es relativ ruhig, aber im Moment kommen bis zu fünf Leute pro Woche zu uns, um ihren PC zu reparieren.“ Der Virus bedient sich dabei eines einfachen Tricks: der Scham. Denn verbreitet wird er hauptsächlich über Porno-Seiten – und die werden häufiger von Männern frequentiert. „Frau war noch keine bei mir“, sagt ein Polizeibeamter. Aber auch auf Facebook, YouTube und in E-Mails lauert die Gefahr. „Derzeit gibt es keinen Virenscanner, der das verhindern könnte“, weiß Wiesinger.

Schaltet man den Computer  frei, sind alle Daten weg

Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen, denn viele Männer trauen sich nicht, zur Polizei zu gehen, weil am Bildschirm oft die Meldung „Sie waren auf illegalen Kinderpornoseiten“ zu lesen ist. Die Gutscheine für die Freischaltung sind in Supermärkten zu kaufen – wer das Geld erhält, ist aber derzeit nicht nachvollziehbar. Wer aber einen solchen Gutschein kauft, um seinen PC freizuschalten wird ein böses Erwachen haben: Beim nächsten Einschalten sind dann nämlich alle auf dem PC gespeicherten Daten codiert – dann hilft nur mehr das Formatieren der Festplatte. Die Polizei und auch Wiesinger von PC Taurus raten den Betroffenen, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden. „Wir können dann eine CD einlegen und den PC so wieder betriebsbereit machen“, sagt ein IT-Spezialist der Polizei im Gespräch mit der BVZ.