Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Dach kostet 550.000. Teuer / Das Dach der Informhallen weist schwere Mängel auf und muss komplett renoviert werden. Bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen?

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Von Vanessa Bruckner

OBERWART / Punkt eins: Das Dach ist kaputt. Punkt zwei: die Renovierung wird eine halbe Million Euro kosten. Punkt drei: diesen Betrag hat die dafür zuständige Gesellschaft nicht. Und dann wäre da noch Punkt vier: Die Tatsache, dass keiner der Zuständigen anfangs so recht wusste, wer denn jetzt überhaupt das Geldbörserl aufmachen muss.

Kuppel im Foyer am schlimmsten betroffen

Dreißig Jahre alt sind die Oberwarter Informhallen. Zeit, die Spuren hinterlassen hat. In den vergangenen Jahren kämpfte man in den Hallen immer wieder mit undichten Stellen am Betondach. Im Sommer wurden die schlimmsten Stellen provisorisch abgedichtet, eine Dauerlösung war dies freilich nicht. „Am schlimmsten betroffen ist die Kuppel im Eingangsfoyer“, erzählt Josef Kinzl, Geschäftsführer von informevents. „Die Kuppel besteht aus Kunststoff und ist durch Hagelschäden und Witterung stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wird in den nächsten Wochen durch ein Flachdach ersetzt, es handelt sich dabei allerdings um einen Fall für die Versicherung.“ Die Renovierung des restlichen Daches muss aber aus eigener Tasche bezahlt werden.

Kinzl: „Wir haben keine halbe Million“

Rund 6.000 Quadratmeter Dachfläche werden circa 550.000 Euro kosten. Josef Kinzl war zuerst der Meinung, dass die Stadtgemeinde, die Eigentümer von informevents ist, dafür aufkommen muss, wurde dann aber von Bürgermeister Gerhard Pongracz eines besseren belehrt: „Die Hallen gehören informevents, nicht der Stadtgemeinde, also muss diese auch die Rechnung begleichen.“ Pongracz ist sich sicher, dass die Tochtergesellschaft informevents das Geld für ein neues Dach hat: „Wenn nicht, wird man über einen Zuschuss vonseiten der Stadtgemeinde nachdenken.“

Kinzl wiederum ist sich auch sicher. Sicher, dass inform-events keine 550.000 Euro hat: „Man wird einen Kredit aufnehmen müssen. Einen Teilbetrag können wir finanzieren, aber wir haben keine halbe Million.“ Christian Reiter, Leiter des MEZO, wusste auf Nachfrage der BVZ nicht einmal von der bevorstehenden Generalsanierung. Und auch Vizebürgermeister Georg Rosner (ÖVP) hörte zum ersten Mal davon: „Bleibt zu hoffen, dass wir in der nächsten Sitzung informiert werden.“