Erstellt am 20. August 2015, 05:57

von Vanessa Bruckner

Darf ich bitten, Fräulein?. Mietverhältnis / Sie bringen Stimmung in den Laden und die Damen auf die Tanzfläche – Taxitänzer sind populärer denn je. Die BVZ begab sich zwecks Recherche aufs Parkett.

Flottes Quartett. Disco-Betreiber Rainer Kohlhauser (rechts) mit Taxitänzern und Angestellter. Foto: Martinov  |  NOEN, Sara Martinov

„Darf ich bitten?“ Diesen Satz hört man jeden Freitag- und Samstagabend in der Diskothek Almrausch in Oberwart. Für die garantierte Tanzaufforderung sorgen nämlich seit ungefähr sieben Jahren die „Original Taxi Dancer“.

„Damals Gigolos, heute eben Taxi Dancer“

Der Begriff „Taxi Dancer“ kommt aus dem Englischen und wird übersetzt als „Tänzer gegen Bezahlung“. Einer dieser Tänzer ist Gerhard Toth. Er gründete das Unternehmen vor 25 Jahren in Wien und war damit der erste professionelle Taxi Dancer in Österreich. Für einen Tanz zu bezahlen ist bei weitem keine Neuheit.

„Bezahlte Tänzer gab es schon immer. Damals nannte man sie Gigolos, heute eben Taxi Dancer“, erklärt Toth. Fühlt man sich als Frau noch immer geschmeichelt, wenn man weiß, dass man lediglich zum Tanz aufgefordert wird, weil der werte Herr dafür Geld bekommt? Die BVZ hat in der Oberwarter Disco Almrausch nachgefragt.

„Ich finde es eine gute Idee. Nachdem sie anfangen zu tanzen, trauen sich andere Leute auch auf das Tanzparkett“, meint die junge Besucherin Michelle. Claudia, eine ältere Dame, die sich noch an Zeiten erinnert, wo man freiwillig zum Tanz aufforderte, meint dazu: „Es hat etwas Gezwungenes, wenn man will, dass die Gäste ständig tanzen.“

Für Geld bekommt man nicht alles

Besagter Mann mit der Geldbörse ist Rainer Kohlhauser, Eigentümer der Disco Almrausch. Er bucht die Taxi Dancer und bezahlt auch gleich für die ganze Nacht. „Frau“ wird im Almrausch also zum Tanzen eingeladen. Kohlhauser informiert: „Die Leute kommen ins Almrausch, um Spaß zu haben. Tanzen gegen Bezahlung ist heutzutage in dieser Branche ein ganz normales Geschäft.“

Für Geld bekommt man also vieles - aber nicht alles. „Mit der Dame tanzen - gerne! Die Beziehung geht allerdings keinesfalls über die Tanzfläche hinaus, da sind wir schon äußerst seriös“, erklärt Disco Betreiber Kohlhauser im Gespräch.

Taxi-Tänzer Unternehmer Gerhard Toth wiederum fügt schmunzelnd an: „Solange wir unsere roten Hosenträger und Fliegen tragen, sind wir bei der Arbeit. Nach getaner Arbeit heißt es raus aus der Uniform. Natürlich tanzen wir auch öfter mal privat weiter.“

Also liebe Damen, einfach abwarten, bis die roten Hosenträger unten sind.