Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Das „B“ bleibt, mehr nicht. VERKEHR / Aus Bahn wird Bus. Einstellung des Personenverkehrs auf Bahn zwischen Oberwart und Friedberg bestätigt. Neuer Buskurs am Sonntag wird eingeführt.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Wie die BVZ bereits in der Vorwoche berichtete, wird es ab 1. August keinen Personen verkehr mehr auf der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg geben. Die ÖBB gab bekannt, dass das Angebot zu wenig genutzt wird: „Nur 15 Fahrgäste pro Zug an Werktagen reichen nicht, um die Strecke wirtschaftlich zu führen.“

Die Pendler, die bisher mit der Bahn gefahren sind, müssen nun auf den Bus umsteigen. Der Güterverkehr ist von der Schließung vorerst nicht betroffen. Dennoch ist abzusehen, dass die Bedeutung des Oberwarter Bahnhofs in Zukunft geringer werden wird. Seitens der SPÖ gibt es zustimmende Kommentare – vor einigen Jahren war das noch anders: So wurde noch im März 2010 versichert, dass „in die Strecke Oberwart-Großpetersdorf von Land und Bund zwei Millionen investiert werden“. Damals meinte Landesrat Helmut Bieler, dass „mit diesem Gesamtpaket das Land für die langfristige Absicherung des Eisenbahnverkehrs sorgt“. Heute hört sich das anders an. SPÖ-Verkehrssprecher Günter Kovacs zeigt Verständnis für das Aus: „Das Busangebot ist attraktiv und kompensiert die Bahn.“ Am Sonntag wird ein zusätzlicher Bus nach Wien fahren, rund 1.500 Fahrgäste aus der Region benützen täglich die Busse von und nach Wien.

FPÖ-Vizechef Norbert Hofer spricht von einem „Anschlag auf die Lebensqualität der Südburgenländer“ und Michel Reimon, grüner Landtagsabgeordneter, wirft Hans Niessl Wortbruch vor: „Niessl wurde im Jahr 2000 nur deswegen mit den Stimmen der Grünen zum Landeshauptmann gewählt, weil er diese Linie garantiert hat. Zehn Jahre später pfeift er auf seine Zusagen.“ Als besonders verlogen bezeichnet Reimon den Antrag auf Unterstützung der Pendler, den die SPÖ in der nächsten Landtagssitzung einbringen will.

Kritik kommt auch von der Gewerkschaft. „Eine Schließung des Personenverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg hätte fatale Folgen für die Region Oberwart-Hartberg aber auch das südliche Niederösterreich. Wir fordern ein rasches Umdenken bei den Verantwortlichen im Bund und den Ländern“, fordert Erich Mauersics, vida-Landesvorsitzender im Burgenland. Als „Armutszeugnis für die burgenländische Verkehrspolitik“, bezeichnet Nationalrat Franz Glaser (ÖVP) die Causa. Ausgehend vom Energiestammtisch Südburgenland wurde die überparteiliche Initiative „Südburgenland Pro Bahn“ gestartet und auch auf Facebook hat die Gruppe „Gegen BahnABbau im Südburgenland“ schon 209 Mitglieder – Tendenz stark steigend.