Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

Das Burgenland ist anders. PFLEGEHEIME / Trotz OGH-Urteil kommt in Burgenlands Arbeitersamariterbundheimen schlechterer Kollektivvertrag zur Anwendung. Landesrat Rezar will „vermitteln“.

VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Der Arbeitersamariterbung (ASB) betreibt Alten- und Pflegeheime in Siegendorf, Draßburg, Weppersdorf, Lackenbach, Olbendorf und Strem. Wie die BVZ bereits im Zuge der Eröffnung des jüngsten Heims in Olbendorf berichtete, gibt es Kritik an der Entlohnung der Mitarbeiter.

Konkret geht es um die Anwendung des „BAGS-Kollektivvertrags“ (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits und Sozialberufe), der laut Feststellungsurteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) vom Mai 2007 österreichweit in allen privaten Alten- und Pflegeheimen anzuwenden ist und den Angestellten eine bessere Entlohnung bei 38 statt 40 Wochenarbeitsstunden bringt. Derzeit gilt der Kollektivvertrag für Privatkrankenanstalten. Der ASB argumentiert damit, dass er Mitglied in der Fachgruppe für Privatkrankenanstalten ist. Dem widerspricht aber die Gewerkschaft vida.

„Unserer Meinung nach müsste der BAGS-Kollektivvertrag angewandt werden“, sagt vida--Landesgeschäftsführer Ernst Gruber auf Anfrage der BVZ. „Wir werden in der nächsten Verhandlungsrunde versuchen, diesen Punkt gemeinsam zu klären.“ Das nächste Treffen von ASB-Geschäftsführer Wolfgang Dihanits und Gruber findet heute, Mittwoch, im Büro von Landesrat Peter Rezar statt. Sein Büro reagiert zurückhaltend: „Die Entlohnung ist eine Sache der Sozialpartner, wir können bestenfalls vermitteln.“

Dihanits möchte „den Verhandlungen am Mittwoch nicht vorgreifen“, verweist aber dennoch auf „höher dotierte Tagsatzvereinbarungen für BAGS-Häuser in der Steiermark“. Im Burgenland sollen demnächst die Tagsatzvereinbarungen für Alten- und Pflegeheime einer Neugestaltung unterzogen werden. Inwieweit das Auswirkungen auf die Anwendung des – je nach Sichtweise – „richtigen“ Kollektivvertrages haben könnte, wollte keiner der Beteiligten abschätzen.

„Ich sehe jedenfalls bezüglich Entlohnung keinen Unterschied zwischen der Steiermark und dem Burgenland“, sagt ÖGB-Regionalstellenleiter Edmund „Jimmy“ Artner und pocht auf „die beste Lösung für die Dienstnehmer“.