Erstellt am 23. Januar 2013, 00:00

das Glatteis. Straßen nach Ungarn waren gesperrt.

Region. Die Mitarbeiter des Winterdienstes waren im Dauereinsatz. Anfang dieser Woche kam zu den Schneemassen auch noch massive Glatteisgefahr dazu – gefrierender Regen machte den Autofahrern zu schaffen.  |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

BEZIRK / 1.760 Kilometer Straße mussten in der vergangenen Woche allein im Südburgenland vom Schnee freigeräumt werden. Für das Bau- und Betriebsdienstleistungszentrum Süd (BBS) bedeutete das konkret: jede Menge Arbeit, und zwar rund um die Uhr.

Alle sieben Straßenmeistereien waren mit insgesamt 180 Personen im Einsatz. Geräumt wurde in zwei Mal zwölf Stunden Schichten. Erwin Pausz, Leiter des BBS informiert: „Vor allem im Raum Rechnitz hatten wir mit starken Schneeverwehungen zu kämpfen. Da gab es mit dem Schneepflug alleine kein Durchkommen mehr. Auch auf der B63 bei Dürnbach und Schachendorf und Richtung Glashütten oder Schmiedrait mussten wir Schneefräsen einsetzen und teilweise sogar mit dem Radlager ausrücken, um Herr über die Lage zu werden.“

Ähnlich die Lage auch in Stadtschlaining, wo die Feuerwehr allein am Freitag zu sechs Einsätzen hintereinander ausrücken musste. Vor allem zwischen Stadtschlaining und Drumling kam es immer wieder zu gefährlichen Situation, weil Fahrzeuge in den enormen Schneeverwehungen hängen blieben.

„Extrem wichtig, dass man die Straße kennt“ 

Viermal innerhalb einer Woche trat in den Straßenmeistereien der Extremfall ein. Rund um die Uhr waren Mitarbeiter an diesen Tagen im Einsatz. „Da sitzt du von den 12 Stunden, die eine Schicht dauert, schon 11,5 Stunden im Wagen“, erzählt Gottlieb Klein von der Straßenmeisterei Großpetersdorf.

„Teilweise sieht man wirklich gar nichts“, ergänzt sein Kollege Gerhard Wusits. „In so einer Situation ist es extrem wichtig, dass man die Straße wie seine Westentasche kennt.“ Am Geschriebenstein verzeichneten die Mitarbeiter des BBS 60 Zentimeter Neuschnee. Sonntag und Montag galt außerdem Gefahrenstufe 1: „Aufgrund des Regens müssen wir uns auf Glatteis einstellen,“ so Pausz.

Besonders schlimm war die Lage auch bei unseren ungarischen Nachbarn, die weniger gut auf die Wetterlage vorbereitet waren. Jenseits der Grenze war ein Weiterkommen unmöglich, die Grenzübergänge wurden für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt, weil die ungarischen Behörden ein Fahrverbot erlassen hatten. Auf Facebook berichteten Bürger, dass „alle Straßen aus und in Richtung Steinamanger gesperrt sind“.

Oberwarter sitzen 

Hierzulande sind die Schneefälle, in Großbritannien haben sie erst begonnen. Sandra und Katrin Wilfing sitzen derzeit in London fest: „Alle Fahrzeuge haben nur Sommerreifen, der Verkehr steht. Hoffentlich kann unser Flieger am Mittwoch (Anmerkung: heute) starten.“