Erstellt am 08. August 2012, 00:00

„Das Leitungssystem ist maßlos überfordert“. INFRASTRUKTUR / Wasserversorgung an Spitzentagen an der Belastungsgrenze. „Nadelöhr“ zwischen Verbänden beseitigt.

 |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

Mit der Aufnahme von Deutsch Schützen in den Wasserverband Südliches Burgenland (WVSB) ist der letzte weiße Fleck im Pinkatal Geschichte. Warum dieser Schritt gesetzt wurde, hat mehrere Gründe. So gab es bisher zwischen dem WVSB und dem Wasserverband Unteres Pinkatal nur eine einzige Leitung.

„An Spitzentagen war das Leitungssystem an der Belastungsgrenze und maßlos überfordert“, weiß WVSB-Geschäftsführer Christian Portschy. Durch die Errichtung einer Transportleitung zwischen Sumetendorf und Steinfurt werden die zwei größten Wasserverbände des Südburgenlands miteinander verbunden und können künftig das kostbare Nass austauschen. Dazu kommt aber noch ein weiterer Grund, erklärt Portschy: „Deutsch Schützen war bisher mit fünf kleinen Genossenschaften ein Selbstversorger. Aber die Funktionäre sind in die Jahre gekommen, von den Jungen will keiner die große Verantwortung für die Versorgung übernehmen.“

Zusätzlich wird in Deutsch Schützen ein Speicher für 700.000 Liter Wasser gebaut, weitere Maßnahmen zur Absicherung sind die Errichtung von Versorgungsleitungen ausgehend von Deutsch Schützen über Höll, Edlitz und St. Kathrein. „Das ist bitter notwendig – einerseits für die Versorgung mit Wasser, andererseits für die Entwicklung der Region“, sagt Portschy.

Tourismus braucht für die  Entwicklung Infrastruktur

Tatsächlich steigt der Wasserverbrauch jährlich, einer der Gründe hierfür ist die größer werdende Zahl an Weinbauern und die stärkere touristische Orientierung. So wurden zum Beispiel erst vor Kurzem alle 400 Kellerstöckl der Weinidylle ans Kanalnetz angeschlossen – eine Investitions von rund 2,5 Millionen Euro. „Für die Entwicklung einer Region ist Infrastruktur unverzichtbar“, weiß auch Portschy, der stolz darauf ist, dass das Burgenland bezüglich Versorgungs- (Wasser 99,6 Prozent) und Entsorgungsrate (Abwässer 98,5 Prozent) hinter Wien an der zweiten Stelle aller Bundesländer liegt.

Dass der Ausbau mit Mitteln der EU unterstützt wird, hilft natürlich. Der Zusammenschluss der beiden Wasserverbände soll zirka 1,5 Millionen Euro kosten, ein Teil davon wird von der EU finanziert. Die wasserrechtliche Verhandlung findet Ende August in Deutsch Schützen statt. „Geht alles glatt, beginnt die Ausschreibung“, erklärt Portschy die nächsten Schritte. Der Geschäftsführer hofft, dass mit dem Bau noch im Herbst begonnen werden kann, hat aber wenig Hoffnung: „Aufgrund der vorgeschriebenen EU-weiten Ausschreibung sind gewisse Fristen einzuhalten.“