Erstellt am 24. August 2011, 00:00

„Denen ist einfach fad“. VANDALISMUS / Perspektivenlosigkeit und Langeweile als Grund für Zerstörungswut. Zusammenhang mit Streetwork auffällig.

 |  NOEN
VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Der Vandalismus in der Stadt der vergangenen Wochen war für die BVZ Anlass, um auf Spurensuche zu gehen. Woher kommt diese Zerstörungswut, was sind die Gründe und was kann man dagegen tun?

Für Günter Ifkovits, Psychologe aus Stegersbach, gibt es viele Gründe für Vandalismus, die aber von Fall zu Fall unterschiedlich gelagert seien: „Das Fehlen von Regeln, Strukturen und Normen sowie mangelnde Verantwortung sind häufig Gründe für sinnlose Zerstörungswut. Einige Jugendliche leiden unter ‚gelernter Hilflosigkeit‘, das heißt, sie glauben nicht an sich selbst und ihre Fähigkeiten und kompensieren das dann mit Aggression.“ In diesem Zusammenhang kritisiert Ifkovits auch die „Aushöhlung der Jugendarbeit“.

Tatsächlich ergaben die Recherchen der BVZ, dass es ausgerechnet in der Zeit der Sommerpause des Streetwork-Projekts zu einer Häufung von Vandalismus-Vorfällen kam. „Denen, die das machen, ist einfach fad: Einerseits haben wir seit Anfang August nicht geöffnet, andererseits war das Wetter in den letzten Wochen auch nicht das beste. Vielleicht wurden die Vandalismus-Akte auch durch die zahlreichen Medienberichte angeheizt“, sagt Streetwork-Betreuer Paul Csoknyai. Ähnliches vermutet auch Ifkovits: „Das kann schon sein, dass die Jugendlichen einfach Nachahmungstäter sind – die Vorfälle in England, auch wenn sie nicht zu vergleichen sind, zeigen ja recht deutlich die Perspektivenlosigkeit weiter Teile der heutigen Jugendlichen auf.“

Seitens der Polizei wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen, bei der alle Vorfälle zusammenlaufen. Zusätzlich wurde der Streifenplan auf die neue Situation abgestimmt. „Bis die Maßnahmen greifen, wird es aber sicher dauern. Das geht nicht von heute auf morgen. In Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft werden wir aber auf alle Fälle rigoros sein, was die Strafen betrifft“, heißt es aus der Polizeiinspektion Oberwart. Ganz verhindern werde man Vandalismus aber nie können, meint Csoknyai: „Aber jetzt, während der inform, haben die Jugendlichen etwas zu tun, da wird weniger passieren.“