Erstellt am 27. April 2011, 00:00

„Der 50er reicht nicht“. VERKEHR / Kritik am „unnötigen Schwerverkehr“ im Ortsgebiet Markt Allhau wird lauter. Neuerliche Verkehrsenquete ist geplant.

VON SILKE ROIS

MARKT ALLHAU, REGION / Wie die BVZ berichtete, wurde in Markt Allhau vor einigen Wochen die 60km/h-Beschränkung aufgehoben und für das ganze Ortsgebiet 50km/h als Tempolimit festgesetzt, nun ist neuerlich eine groß angelegte Diskussion zur Verkehrssituation geplant. Dieser „50er“ ist nämlich nicht genug, meint etwa der Allhauer Andreas Musser, der „kein Streithansl“ sein will, sich aber zu jenen Einwohnern zählt, die engagiert versuchen möchten, Lösungen im Hinblick auf die „unerfreuliche Verkehrsentwicklung“ zu finden.

Forderung nach Fahrverbot  für LKWs über 7,5 Tonnen

Dabei geht es vor allem um die schweren Lkws, die anstatt der Autobahn die Wege durch das Ortsgebiet nutzen. „Eine bloße Temporegulierung von 60 auf 50 km/h ist für Mautflüchtlinge überhaupt kein Beweggrund, auf die Autobahn auszuweichen“, so Musser: „Sie dient in erster Linie dazu, sofern sie eingehalten wird, die Bevölkerung, insbesondere unsere Kinder zu schützen!“

Bereits im Herbst 2008 gab es eine Verkehrsenquete, bei der auf die „untragbare Verkehrssituation“ auf der „L262“ und der „B50“ im Ort aufmerksam gemacht und Vorschläge erarbeitet wurden, schildert Musser. Eine der Forderungen – eben jene nach Tempolimit „50“ im gesamten Ortsgebiet – wurde nach knapp drei Jahren endlich umgesetzt, die andere aber ist weiterhin offen, „und da werden wir jetzt nicht locker lassen“: ein generelles Fahrverbot für Lkws über 7,5 Tonnen mit der Ausnahme von Ziel- und Quellenverkehr sowie landwirtschaftlichen Fahrzeugen an Werktagen in der Zeit von 6 bis 22 Uhr.

Die angestrebten Ausnahmen sollen klar stellen, „dass wir keinesfalls unseren lokalen Transporteuren in den Rücken fallen wollen, denn wir wissen sehr wohl, dass eine gewisse Portion Schwerverkehr zu unserem täglichen Leben gehören wird. Aber jenen Schwerverkehr, der im Ortsgebiet eben nicht notwendig ist, würden wir gerne loswerden. Markt Allhau hat immerhin mit Millionenaufwand eine Ortsumfahrung zur Autobahn gebaut“, erklärt Musser, warum dieser Wunsch auch seine Berechtigung habe.

An der Spitze der Gemeindeverwaltung steht man hinter diesen Forderungen, „das Problem ist nur, dass es anscheinend keine gesetzliche Grundlage gibt, auf der man die Lkws dazu verpflichten kann, die Autobahn zu benutzen“, so Ortschef Hermann Pferschy. „Die Zuständigkeiten und auch die gesetzlichen Bestimmungen sind offenbar nicht klar geregelt. Man wird immer nur von einer Instanz zur nächsten geschoben“, bemängelt auch Musser.

Enquete mit BHs, Polizei und  Verkehrsreferenten geplant

Gemeinsam mit der oststeirischen Nachbargemeinde St. Johann in der Haide möchte man nun aber eine weitere Verkehrsenquete abhalten, bei der beide Bezirkshauptmannschaften, die Polizeiinspektionen, die zuständigen Verkehrsreferenten und auch andere Gemeinden wie Wolfau und Unterrohr eingebunden werden, um der Forderung nach dem oben geschilderten Fahrverbot Nachdruck zu verleihen. Denn auch St. Johann hat seit Langem mit „vor allem ausländischen Lkws zu kämpfen, die sich vermehrt durch unseren Ort wälzen, während sie auch die Autobahn benützen könnten, und die Bevölkerung, der Fremdenverkehr und nicht zuletzt die Straßen leiden zunehmend darunter“, so Bürgermeister Günter Müller.

Termin für die Versammlung gibt es noch keinen, sie soll aber „sobald als möglich“ über die Bühne gehen.