Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Der erste Vater im SOS Kinderdorf Pinkafeld. ANDRANG / Das SOS Kinderdorf Pinkafeld freut sich über zwei zukünftige „Kinderdorf Mütter“ und den ersten „Vater“.

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PINKAFELD / Gab es in den letzten Jahren immer wieder Probleme, Menschen zu finden, die sich ein Leben als „Kinderdorf Eltern“ vorstellen können, hat Mag. Marek Zeliska, Leiter des SOS Kinderdorfes Pinkafeld, derzeit die Qual der Wahl.

Drei Personen in Ausbildung  zu „Kinderdorf Eltern“

„Wir hatten in den letzten Monaten so viele Anfragen, dass wir gar nicht alle, die sich für den Beruf interessieren, auch wirklich ausbilden können“, sagt Zeliska. Im Jänner 2011 werden zwei Frauen mit der zweijährigen Ausbildung zur Kinderdorfmutter beginnen. Die Theorie wird in Modulen in Wels absolviert, die praktische Erfahrung erwerben die Frauen dann im Kinderdorf. Auch ein ehemaliger „Held der Landstrasse“, ein Trucker, hat seine neue Heimat im SOS Kinderdorf in Pinkafeld gefunden.

Der gebürtige Deutsche Lothar Lettke, bis vor Kurzem als LKW-Fahrer in halb Europa unterwegs, hat nun die Ausbildung zum „Kinderdorf Vater“ begonnen. Der 43-Jährige hat im Kinderdorf seine Berufung gefunden. In Deutschland konnte er aufgrund seines Alters die Ausbildung nicht mehr machen, in Österreich ist dies aber möglich. Hier liegt die Altersgrenze nämlich bei 46 Jahren.

Derzeit arbeitet Lothar Lettke noch als Betreuer in einer teamgeführten Familie. Doch sobald er seine Ausbildung Ende nächsten Jahres abgeschlossen hat, will der Deutsche eine eigene Familie übernehmen.

Der erste Kinderdorf-Vater  freut sich auf die Arbeit

Eine Premiere für das Dorf in Pinkafeld. Denn bisher gibt es hier ausschließlich Kinderdorf-Mütter, von denen zwei gemeinsam mit ihrem jeweiligen Ehepartner im Dorf leben.

Mit Kindern konnte der 43-Jährige schon immer gut umgehen, so hat er seiner ehemaligen Lebensgefährtin auch bei der Erziehung ihrer vier Kinder geholfen. Den Schritt, ins Kinderdorf nach Österreich zu kommen, hat er bisher keine Sekunde lang bereut. „Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“