Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Der Ur-Ur-Opa. Jubilar / Johann Schober aus Buchschachen ist der älteste Mann im Dorf: fünf Generationen und eine Lebensgeschichte.

Ganzer Stolz. Opa Johann und Ururenkel Philipp trennen 86 Jahre. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa
Von Vanessa Bruckner

BUCHSCHACHEN / Er kennt „an jeden“ und ihn kennen sowieso alle. Johann Schober ist in seiner Heimat Buchschachen fast schon eine Institution. Am 6. Mai 1923 wurde der rüstige Pensionist in dem Dorf geboren und hier feierte er vor zwei Tagen auch seinen 90. Geburtstag. Im Kreise seiner Freunde und natürlich seiner Familie.

Schober: „Den Job als Postler habe ich geliebt“

Johann Schober darf mittlerweile auf vier Generationen zurückblicken. Ururenkel Philipp ist vier Jahre alt und des Opas ganzer Stolz. Stolz ist der 90-Jährige auch auf seine berufliche Vergangenheit. 30 Jahre lang war Herr Schober als Postler in Oberwart und Riedlingsdorf unterwegs. Kein Wunder also, dass er bekannt ist wie ein bunter Hund. „Das war schon ein schöner Beruf“, sagt Johann Schober und erzählt weiter: „Im Winter, da war`s oft eisig kalt. Dienstautos gab es da noch nicht, da standen lange Fußmärsche am Plan.“

Bissige Hunde und Krieg in Russland

Zweimal fanden Hunde die „Wadln“ des pensionierten Postlers wirklich zum Anbeißen. „Einmal wurde ich für sieben Monate nach Wien versetzt, aber dort wär ich nie im Leben auf Dauer geblieben“, so der Buchschachener vehement. Schober, der im Zweiten Weltkrieg in Russland verwundet wurde, erzählt weiter: „Die Kriegszeit war schlimm. So schlimm, da will ich gar nicht mehr drüber reden. Nach Kriegsende bin ich dann mit dem Rad von Salzburg heimgefahren. Einmal hat mich einer ein Stückerl mit dem Auto mitgenommen. Die wurden damals noch mit Holz befeuert, kaum zu glauben, gell?“

Johann Schober, der nach wie vor in seinem Haus in Buchschachen wohnt, verbringt seinen Alltag mit Lesen, Musik hören und vielen Besuchen von seinen Lieben. Auf die Frage, ob er sich je erträumt hätte, so alt und gar ein Ururenkerl zu haben, antwortet er lachend: „In hundert Jahren hätt ich mir das nicht gedacht.“

Aber bis zum 100. Geburtstag bleibt ja noch ein bisserl Zeit, um sich mit dem Gedanken anzufreunden.