Erstellt am 21. September 2011, 00:00

„Der Wein wird spitze“. WEINLESE / Beinahe perfekter Wetterverlauf der vergangenen Monate lässt die Winzer der Region auf tollen Jahrgang hoffen.

VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Die Weinlese hat begonnen und eines ist gewiss: Der heurige Jahrgang wird definitiv besser als jener von 2010 – sowohl qualitativ als auch quantitativ. Im Gespräch mit der BVZ vergleichen zahlreiche Winzer die heurige Qualität mit jener aus den Jahren 2006 oder 2009.

Das Wetter im Sommer spielte den Winzern in die Hände und dass, obwohl im Juli die vielen Regentage die Reife etwas verzögerten. „Durch die heißen Tage in der zweiten Augusthälfte wurde die Entwicklung allerdings wieder voran getrieben“, weiß Matthias Siess, Obmann von Wein Burgenland. Einen Strich durch die Rechnung machen könnte jetzt nur mehr eine lange, intensive Regenperiode. „Aber die Wettervorhersagen sind gut, auch der aktuelle Temperatursturz kommt uns zu Gute“, erzählt Christoph Wachter. „Weil es jetzt etwas kühler ist, fällt die Säure nicht auf den Boden – die Weine werden dadurch frischer und rassiger.“ Wachter beginnt Ende September oder spätestens Anfang Oktober mit der Lese des Blaufränkisch. „Die Trauben sind knackig, vor allem auch deswegen, weil wir heuer nicht so stark entblättert haben, um die Trauben vor der Sonne zu schützen.“

„Wir dürfen uns auf einen  tollen Jahrgang freuen“

Dass der heurige Jahrgang ein guter wird, davon ist auch Weinbauvereinsobmann Walter Dulmovits überzeugt: „Im Gegensatz zum Vorjahr haben wir zwar weniger Säure, aber wenn das Wetter keine Kapriolen mehr schlägt, dann dürfen wir uns auf einen tollen 2011er-Jahrgang freuen – die physiologische Reife verläuft perfekt.“ Anders als in Deutsch Schützen würden die Rechnitzer Winzer noch etwas Regen vertragen, meint Reinhard Koch: „Unsere Region war heuer etwas zu trocken. Aber der Sauvignon Blanc hat 20 Neuburger Zuckergrade, wir erhoffen uns heuer eine Spitzenqualität.“ Auch Clemens Hafner blickt der kommenden Ernte optimistisch entgegen: „Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir im Regen lesen müssen.“

Fix ist, dass es heuer mehr Wein als im Vorjahr geben wird. „Durchschnittlich“, meint Agrarlandesrat und Winzer Andreas Liegenfeld. Siess geht von einer Gesamtmenge von rund 2,3 Millionen Hektolitern aus: „Einige Winzer sprechen von einer durchschnittlichen Ernte, andere gehen sogar von einer Verdoppelung ihrer Erntemenge im Vergleich zu 2010 aus.“