Erstellt am 12. November 2014, 06:57

Diakonie: Pilotprojekt für alte Menschen. Diakonie / Nach sieben Jahren „Seniorengarten“ entsteht im nächsten Jahr ein Wohngemeinschaftsprojekt für ältere Menschen.

Erfolgsmodell. Sieglinde Pfänder (3.v.l.) und Marc Seper (3.v.r.) mit Peter Rezar, Friederike Rössl, Maria Konrath und Klaus-Peter Schuh.  |  NOEN, D. Fenz

Die Diakonie plant ein neues Wohnprojekt für alte Menschen in der Bezirkshauptstadt. „In dieser Form einzigartig in Ostösterreich“, sagt Pfarrerin Sieglinde Pfänder. Konkret geht es um eine Art Wohngemeinschaft mit insgesamt 24 Einheiten für Menschen mit Demenzerkrankungen.

Wohngemeinschaft für alte Menschen

Der Unterschied zu Pflegeheimen oder zu betreubarem Wohnen besteht für Marc Seper, Leiter des Altenwohnheims der Diakonie, darin, dass das Projekt auf Menschen mit den Pflegestufen zwei bis vier abzielt: „Wir spüren Bedarf für die Versorgung von Menschen, die noch nicht in ein Altenheim passen und ihrer eigenen Wohnung wohnen wollen - als Mieter.“

Der Tagesablauf solle ähnlich wie im Seniorengarten gestaltet sein, allerdings mit der zusätzlichen Möglichkeit, sich in seine eigene Wohnung zurückziehen zu können. Eine Betreuungsperson wird zwar sowohl am Tag als auch in der Nacht anwesend sein, benötige Pflegeleistungen werden aber mobil durch die Hauskrankenpflege erbracht.

Derzeit auf Standort-Suche, Betrieb ab 2016

„Die Tagesstruktur ist gestaltet, aber das Leben und das Wohnen liegt in der Eigenverantwortung der Mieter“, sagt Pfänder. Bauen wird die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), per Mietkauf wird die evangelische Gemeinde dann im Lauf der Jahre Eigentümer.

Derzeit wird ein Standort gesucht, bereits Anfang 2016 soll das Wohngemeinschaftsprojekt in Betrieb gehen. Laut Seper wäre ein Platz in der Nähe des Seniorengartens natürlich sinnvoll, gibt es dort doch schon seit sieben Jahren den Seniorengarten, der Tagesbetreuung für Senioren anbietet.

„Der große Vorteil dort ist, dass das Angebot individuell auf jeden einzelnen Pflegebedürftigen zugeschnitten wird“, sagte Landesrat Peter Rezar (SPÖ) bei einer Bilanzpressekonferenz. Für den praktischen Arzt Klaus-Peter Schuh ist wichtig, der Vereinsamung entgegen zu wirken: „Schließlich gibt es allein im Bezirk 600 demenzkranke Menschen.“