Erstellt am 09. November 2011, 00:00

„Die Bahn gehört dazu“. VERKEHR / Klimabündnis und „Pro Bahn“ luden zum Startschuss für Entwicklung eines alternativen Konzepts für die Bahn.

 |  NOEN
VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / In der Vorwoche trafen sich rund 25 Personen auf Politik und Wirtschaft, um gemeinsam mit Vertretern der Initiative „Pro Bahn“ und des Klimabündnisses über die Zukunft der Bahn im Südburgenland zu diskutieren.

„Das Ziel des Treffens war die Ideenfindung und die Definition weiterer Schritte“, erklärt „Pro Bahn“-Sprecher Dietrich Wertz. Im Zuge der Diskussion sei klar geworden, dass vor allem Vertreter der Industrie und des Tourismus die Bahn als wichtiges Standbein und als Chance für die Region sehen. Laut Wertz mehren sich die Indizien, dass die ÖBB den Güterverkehr auf der Strecke Oberwart-Friedberg einstellen will. „Das würde die endgültige Stilllegung der Strecke bedeuten“, befürchtet Wertz Schlimmeres, nämlich „die Abkoppelung des Südosten Österreichs vom Bahnnetz“. Um das zu verhindern, wird schon jetzt an der Erstellung eines leistungsfähigen Konzepts mit einem alternativen Anbieter gearbeitet.

Wertz skizziert das Vorhaben so: „Der liberalisierte Eisenbahnmarkt ist ähnlich strukturiert wie der liberalisierte Strommarkt. Sprich: Der ‚Monopolist‘, also die ÖBB, stellen die Strecke zur Verfügung und erhalten für die Benützung Miete.“ In weiterer Folge könnten auch die Gleise in „Privatbesitz“ übergehen. Im Gespräch mit der BVZ nennt Wertz die „Gründung einer GmbH, der Personen und Unternehmen aus der Region angehören, die dann die Gleise stückweise aufkauft“ als „mögliche Variante“.

Sollte der Güterverkehr seitens der ÖBB-Tochter Railcargo tatsächlich Ende 2012 eingestellt werden, wäre das für einige Unternehmen wie Beton Kölbl (Rechnitz), Manfred-Mayer-Mineralöl (Oberwart) oder Stahlbau Unger (Oberwart) eine Katastrophe. „Die ÖBB möchte künftig nur mehr die Hauptstrecken befahren und die Nebenstrecken auflassen – das ist leider Fakt“, sagt Wertz.