Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

DIE CHRONOLOGIE DER AFFÄRE. ERMITTLUNGEN /  Zwischenbericht zur Gas-Affäre bringt schwere Vorwürfe gegen die Ex-Vorstände Simandl und Schweifer ans Licht. Jetzt ist der Staatsanwalt am Zug.

VON WOLFGANG MILLENDORFER

Seit in der vergangenen Woche Details aus dem Bericht des Wirtschaftsprüfers im Magazin „News“ auftauchten, ist bereits die Rede vom „System BEGAS“: Wurde gegen die beiden ehemaligen Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer anfangs „nur“ wegen nicht korrekt versteuerter Privatausgaben ermittelt, so kommt nun eine Flut von schweren Vorwürfen ans Licht.

Für Empörung sorgen vor allem die Rekord-Gehälter der beiden Energie-Manager: Ex-BEGAS-Vorstand Simandl hat im Geschäftsjahr 2010/2011 demnach eine Brutto-Jahresgage von rund 483.000 Euro kassiert. Umgelegt auf 14 Monatsgehälter ergibt sich ein Brutto-Bezug von monatlich rund 34.500 Euro – und das bei einer vereinbarten 35-Stunden-Woche. Sein ehemaliger Vorstandskollege Reinhard Schweifer erhielt im Geschäftsjahr 2009/2010 ein Jahresgehalt von rund 322.000 Euro (monatlich rund 23.000 Euro). Diese Gehälter liegen nicht nur weit über dem des Landeshauptmannes, sondern sind auch in etwa doppelt so hoch wie die durchschnittlichen Bezüge im Energiesektor. Und: Die BEGAS-Gagen waren bereits vor sieben Jahren Gegenstand heißer Polit-Diskussionen (siehe Seite 5). Während sich die Opposition auf die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP einschießt, gerät der ehemalige BEGAS-Aufsichtsrat verstärkt in die Schusslinie, sieht aber „keinerlei rechtliche Verfehlungen“ auf seiner Seite. Dasselbe sagen übrigens auch die beiden Ex-Vorstände von sich.

„Restlose Aufklärung“:  Justiz ermittelt bereits

Landeschef Hans Niessl (SPÖ) und Vize Franz Steindl (ÖVP) haben nun mit scharfen Worten eine restlose Aufklärung der Affäre angekündigt. Auch in anderen landesnahen Unternehmen soll die Kontrolle verstärkt werden.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ist indes bereits mit den Ermittlungen beschäftigt – denn neben Gehalts- und Steuerfragen gibt es noch eine Reihe weiterer Vorwürfe, die es in sich haben.

Fortsetzung auf den Seiten 4 & 5.

Verdächtige Rechnungen setzen im April die Sonderprüfung in der BEGAS in Gang. Wegen der Verrechnung von Privatausgaben über die BEGAS wird Vorstandsdirektor Rudolf Simandl fristlos entlassen.

Der zweite Vorstand Reinhard Schweifer ist zu diesem Zeitpunkt bereits in die BEWAG-Chefetage gewechselt und legt Ende April seine Funktion zurück, um die Fusion der Energieversorger „nicht zu gefährden“. Wenig später wird auch er entlassen und kündigt eine Klage auf Einhaltung seiner Verträge an.

Die Prüfung wird auf frühere BEGAS-Vorstände und Teile der rund 200 Mitarbeiter ausgeweitet.

Wegen des Verkaufs von Firmencomputern an Mitarbeiter erstattet die BEGAS auch Selbstanzeige.

Im Hintergrund wird weiter an der Zusammenführung von BEWAG und BEGAS als Energie Burgenland gearbeitet. Mit 1. Juli wird das Unternehmen ins Firmenbuch eingetragen. Als Vorstände fungieren Michael Gerbavsits und – als Nachfolger Schweifers – der Niederösterreicher Alois Ecker.

Verdächtige Rechnungen setzen im April die Sonderprüfung in der BEGAS in Gang. Wegen der Verrechnung von Privatausgaben über die BEGAS wird Vorstandsdirektor Rudolf Simandl fristlos entlassen.

Der zweite Vorstand Reinhard Schweifer ist zu diesem Zeitpunkt bereits in die BEWAG-Chefetage gewechselt und legt Ende April seine Funktion zurück, um die Fusion der Energieversorger „nicht zu gefährden“. Wenig später wird auch er entlassen und kündigt eine Klage auf Einhaltung seiner Verträge an.

Die Prüfung wird auf frühere BEGAS-Vorstände und Teile der rund 200 Mitarbeiter ausgeweitet.

Wegen des Verkaufs von Firmencomputern an Mitarbeiter erstattet die BEGAS auch Selbstanzeige.

Im Hintergrund wird weiter an der Zusammenführung von BEWAG und BEGAS als Energie Burgenland gearbeitet. Mit 1. Juli wird das Unternehmen ins Firmenbuch eingetragen. Als Vorstände fungieren Michael Gerbavsits und – als Nachfolger Schweifers – der Niederösterreicher Alois Ecker.