Erstellt am 04. Juli 2012, 00:00

„Die Kiste muss abgeh?n!“. EVENT / Das Pinkafelder Stadtfest feiert am Samstag das 30. Jubiläum und veranstaltet ein Seifenkistenrennen: Das schreit nach jeder Menge Ideen, Schrauben und Gaudi!

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VON VANESSA BRUCKNER

PINKAFELD / Der Vespa Club Pinkafeld versteht sich auf alles, was Räder hat. Vorzugsweise mit einigen Kubik im Fahrgestell. Derzeit tüfteln die Mitglieder allerdings an einem anderen Fahrzeug ohne Motor. „Die Kiste muss trotzdem abgeh?n“, sagt der Obmann des Vespa Club Pinkafeld, Benjamin Pahr lachend. Mit „Kiste“ meint der 26-Jährige übrigens eine sogenannte Seifenkiste, jenes Gefährt, mit dem der Verein beim Seifenkistenrennen in Pinkafeld an den Start gehen will.

Räder aus Deutschland,  „Gestell“ aus Italien

Seit gut zwei Monaten arbeiten die Vespa-Liebhaber an ihrer Seifenkiste. Da wird weder Geld noch Mühe gescheut. „Geredet haben wir bereits bei unserer Weihnachtsfeier über das Rennen. In den letzten Wochen wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht“, so Pahr. Oder anders: Es wurden Teile geschweißt, Gummiräder aufgemotzt und Vespa-Trümmer „gepimped“. Was nicht passte, wurde passend gemacht und ansonsten gibt es ja auch noch das „world wide web“. „Die Räder für unsere Seifenkiste haben wir aus Deutschland ersteigert,“ berichtet Pahr. Als Fahrgestell hat man sich – wen wundert`s – für eine Vespa entschieden. Gestartet wird in der Gaudikistl-Klasse.

Die „Fahrer-Frage“ ist bis  dato noch nicht geklärt

Die Rennstrecke selbst führt von der Pinkafelder Volksschule die Straße hinunter bis zur bekannten Mariensäule. Dort ist die Zielgerade. An den Bremsen feilen die Bastler deshalb besonders genau, schließlich kann man auf dieser Rennstrecke ordentlich Zunder machen: „Um die 40 km/h schnell soll sie schon werden, unsere Seifenkiste,“ sagt Benjamin Pahr, der hauptberuflich auch Mechaniker ist. Sein Bastelkollege Herbert Pöll fügt lachend hinzu: „Den Luftwiderstand machen wir einfach durch Begeisterung und Feuereifer unseres Fahrers wett.“

Wobei man hier noch vor einem ungelösten Problem steht: „Wir wissen noch nicht genau, wer die Kiste beim Rennen fahren wird,“ erzählt Pahr und lacht. „Derzeit haben wir drei potenzielle Kandidaten im Trainingslager.“

Gearbeitet wird schon mal bis zwei Uhr Morgens an der „Deluxe Variante“ von Seifenkiste. Der Spass steht dabei aber selbstverständlich immer im Vordergrund. Unternehmer Hans Pahr, der den jungen Männern mit fachmännischem Rat zur Seite steht, verrät auch gleich, warum er sicher ist, dass ihre Kiste als Erste durchs Ziel scheppern wird: „Unser Kampfspruch ist quasi weltbekannt. Fühl den Rhythmus, fühl die Musik, diese Kiste führt uns zum Sieg“, zitiert der Autohändler schmunzelnd. „Und außerdem“, fügt sein Sohn Benjamin hinzu, „einer muss ja gewinnen!“