Erstellt am 18. Dezember 2015, 05:03

von Vanessa Bruckner

Die Kunst und ihr Blut. Angefangen hat er der Liebe wegen, gehen tut er aber nur seinen eigenen Weg. Der Riedlingsdorfer Autor und Filmemacher Mario Kainer polarisiert - mit Vorliebe.

Tausendsassa. Mario Kainer packt bei seinen Filmdrehs immer und überall an.  |  NOEN, zVg

"Ich war ans Bett gefesselt, wochenlang, und hab mich in dieser Zeit in die Nachbarstochter verliebt.“ Dann begann er zu schreiben. Die Geschichte zur Filmgeschichte des Autors und Produzenten Mario Kainer ist keine gewöhnliche, seine Arbeiten aber auch nicht. 29 Jahre alt ist der gebürtige Riedlingsdorfer und für nichts lebt er mehr, als dafür, „sein eigenes Ding“ machen zu können. Genau das hat er in den letzten zwei Jahren auch gemacht. Herausgekommen sind zwei spannende Filmprojekte – „Tobias“ und „Emina“.

Zwei Filme, zwei Farben und viel Musik

„Tobias haben wir innerhalb eines Jahres gedreht. Ich wollte unbedingt alle vier Jahreszeiten bildlich festgehalten haben“, erzählt Kainer, der „Tobias“ eigentlich erst als Roman verfasste. Jetzt wird die Geschichte vom Kampf eines Jugendlichen gegen die Eltern und deren Erziehungsmethoden in 40 Minuten über die Leinwand flimmern.

„Tobias lebt ausschließlich von der Musik und den Bildern, ist also ein Stummfilm und in schwarz/weiß gehalten. Emina wiederum ist eine bunte Komödie, die als Kurzfilm konzipiert ist, mit dem Thema Migration als Hintergrund“, informiert der engagierte Filmemacher. Wie Migration und Komödie zusammenpassen? „Anders kann man?s meiner Meinung nach gar nicht angehen, diese Thematik“, lautet seine knappe Antwort.

„Filmschaffende sind oft sehr egozentrisch“ 

Mit 21 verfasst der gelernte Elektriker sein erstes Buch. „Bestseller wurde es keiner, aber schreiben musst ichs einfach“, so Kainer überzeugt. Der gebürtige Riedlingsdorfer hat die Produktion seiner beiden neuesten Werke ausschließlich selbst finanziert. Kainer steht dem heimischen Kultursektor durchaus kritisch entgegen: „Filmschaffende hierzulande sind oft sehr egozentrisch. Meine Crew und Schauspieler habe ich mir selbst gesucht. Ein damaliger Schulkollege spielt zum Beispiel die Hauptrolle Tobias. Er hatte bis dahin keinerlei Erfahrung und hat trotzdem, oder gerade deshalb, einen tollen Job gemacht.“ Rund 25 Personen waren an den beiden Filmen des Riedlingsdorfers beteiligt. Gedreht wurde in Tirol und Wien, die Crew brachte Schweiß und vor allem Blut in Kainers Projekt mit ein.

„Eine Szene wurde tief im Wald gedreht. Es war unglaublich kalt, wir hatten das Kunstblut für den Part vergessen und um zurückzulaufen war es einfach zu weit. Also hat sich der Hauptdarsteller ,geopfert` und sein Blut beigesteuert. Das war schon etwas kurios“, erzählt Mario lachend.

Wichtig ist dem Kulturschaffenden, dass er sein eigenes Ding machen kann. „Ich hab einmal einen Auftragsjob für einen Werbefilm angenommen. Das war aber auch der erste und letzte.“ Einen Brotjob hat Mario Kainer natürlich auch, der aber, wie bei vielen kreativen Köpfen, vorrangig dazu dient, seiner Passion, nämlich dem Film, auf die Leinwand zu helfen.