Erstellt am 27. März 2013, 00:00

Die Region „brennt“. Brauchtum / Am Samstag erhellen, wenn Petrus ein Einsehen hat, wieder zahlreiche Osterfeuer den Himmel über dem Bezirk.

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Von Vanessa Bruckner

BEZIRK/RIEDLINGSDORF / Was das Beste an einem Osterfeuer ist, darüber scheiden sich bei der Ortsjugend von Riedlingsdorf die Geister. „Das Osterfeuer wachen“, sagt Obmann Stefan Baldauf, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen.

„Das Anzünden des Feuers ist aber auch immer ein Erlebnis“, wirft ein anderer Jungspund ein. Aber ganz gleich, ob die Nächte davor gemütlich am Lagerfeuer der große Haufen „bewacht“ wird oder am Ostersamstag dann das große Feuer lichterloh brennt - das Osterfeuer hat im Burgenland einfach Tradition. Kaum eine Gemeinde, die am Tag vor der Auferstehung Christi, kein Zeichen setzt. Als weltliche Volkssitte ist das Osterfeuer seit 1559 bezeugt. Der Brauch verlangt, dass vor der Feier der Osternacht in der katholischen Kirche ein kleines Feuer entfacht wird. Ein Priester entzündet dann am Feuer die Osterkerze, die dabei Christus als Licht der Welt versinnbildlichen soll.

Zugegeben, ganz so religiös geht es mancherorts nicht unbedingt zu, das tut dem Brauchtum aber keinen Abbruch. „Wenn das Wetter mitspielt, dürfen wir uns schon auf gut 200 Besucher freuen“, hofft Stefan Baldauf von der Riedlingsdorfer Jugend.

Angezündet wird das Osterfeuer der Zwiefler um Punkt 20.36 Uhr. „Komische Uhrzeiten bleiben besser im Gedächtnis“, erklärt Stefan Baldauf schmunzelnd. Die Nächte davor gilt es, den großen Haufen gut zu bewachen. Der Jugend-Obmann lachend: „Seit ich bei der Jugend dabei bin, hat uns noch niemand das Osterfeuer vorzeitig angezündet. Das soll auch so bleiben.“