Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Diskussionen um den „Fleck“. NOTENSCHLÜSSEL / Der Erlass des Landesschulrates für mildere Benotung freut AHS-Schüler und ärgert so manchen Lehrer. Auf die kommt nämlich einiges an Arbeit zu.

BURGENLAND / Wochenlang hatte die Suche nach dem rechtlich korrekten Notenschlüssel an den AHS für Diskussionsstoff gesorgt. Der amtsführende Landesschulratspräsident Gerhard Resch hat per Erlass nun ein Machtwort gesprochen:

Ab 50 Prozent gelten  Schularbeiten als positiv

In diesem Schuljahr müssen Fremdsprachen-Schularbeiten an den AHS nach dem alten und damit milderen Notenschlüssel bewertet werden. Ein „Genügend“ erhält demnach jeder Schüler, der 50 Prozent der Schularbeits-Aufgaben bewältigt hat; im neuen System müssen 60 Prozent positiv erledigt werden. „Der Erlass gilt rückwirkend ab Herbst 2011“, erklärt Resch – und könnte damit im Nachhinein und sogar im Semesterzeugnis das eine oder andere „Nicht Genügend“ in ein „Genügend“ verwandeln. Was die Schüler freut, sorgt bei den AHS-Lehrern für Unmut: Sie müssen sämtliche Noten überprüfen und gegebenenfalls ändern. Für Resch geht der Erlass aber in Ordnung: „Da es beim neuen System aus Sicht unserer Juristen Rechtsunsicherheiten gibt, haben wir im Zweifel für die Schüler entschieden.“

„Gute Schüler wenig,  schlechte sehr begeistert“

Aber nicht alle Schüler freut der Erlass des Landesschulrates, wie Peter Pommer, Schulleiter des BORG Jennersdorf, weiß: „Die besseren Schüler sind nicht gerade begeistert über die Änderung, die Fünferkandidaten hingegen schon. Für uns Lehrer ist es aber in Ordnung, dass wir die Schularbeiten zum zweiten Mal benoten müssen.“ Für Pommer ist der zusätzliche Mehraufwand durch die abermalige Kontrolle der Arbeiten kein Problem. „Wir haben die Weisung und daran halten wir uns natürlich auch.“

Der Umstieg auf den neuen Notenschlüssel hatte sich unter anderem durch das System der internationalen Sprachzertifikate ergeben, das auch bundesweit kommuniziert worden war. Demnächst soll im Unterrichtsministerium eine endgültige Entscheidung gefällt werden, ob es ein Fremdsprachen-„Genügend“ für 50 oder 60 Prozent der Leistung geben wird.

Automatische Überprüfung  der SchularbeitenDie neuerliche Überprüfung der Schularbeiten erfolgt automatisch, extra melden müssen sich die Schüler nicht. Für Ingrid Weltler-Müller, Direktorin am BORG Oberschützen, ist die Weisung des Landesschulrats „kein Problem“: „Unsere Lehrkräfte halten sich natürlich daran. Jetzt werden alle Schularbeiten in den Fremdsprachen neu benotet. Die Änderung des Notenschlüssels von 60 auf 50 Prozent für ein ‚Genügend’ wirkt sich ja auch auf die besseren Noten aus. Das ist zwar sehr viel Arbeit, aber es wird schon gehen.“