Erstellt am 11. Mai 2016, 05:54

von Elisabeth Kirchmeir

Disput in Disco. Ein Discogast schlug auf einen Party-Veranstalter ein. Vorige Woche wurde der Täter verurteilt.

 |  NOEN, Symbolbild

Am 4. Juni 2015 kam es in der Disco P2 in Kemeten zu einer Rauferei, bei der ein 23-jähriger Veranstalter verletzt wurde. „Ein Bursche im weißen Hemd stieß mich und schlug mich auf den Kopf“, berichtete das Opfer vor Gericht.

Er habe sich danach Fotos herausgesucht, die an diesem Abend gemacht worden waren, und den mutmaßlichen Täter eindeutig wiedererkannt. Es handelte sich um einen 17-jährigen Lehrling mit rumänischer Staatsbürgerschaft, der sich vorige Woche vor Gericht verantworten musste.

Lehrling konnte sich an keine Auseinandersetzung erinnern

Zweimal war er nach früheren Aggressionshandlungen bereits vor Gericht gestanden, in beiden Fällen musste er im Zuge einer Diversion gemeinnützige Leistungen erbringen.

Wegen des Vorfalls in der Disco bekannte sich der Lehrling nicht schuldig. Er könne sich an keine Auseinandersetzung erinnern. Bei der Polizei hatte er sich wenig kooperativ gezeigt und behauptet, er kenne keinen der Gäste, mit denen er fotografiert worden war, namentlich.

Das Opfer erlitt Prellungen, unter anderem an der Halswirbelsäule. Den ersten Schlag habe er von dem Angeklagten bekommen, danach hätten auch andere Anwesende auf ihn eingeschlagen. „Für mich war nur mehr wichtig, dass ich hinauskomme“, so der Party-Veranstalter. Danach habe ihm „alles wehgetan“.

Nach der Schlägerei sei er von einem Bekannten des Lehrlings bedroht worden. „Er sagte zu mir, entweder ich gebe eine Ruhe, oder sie warten dann draußen auf mich und stechen mich ab“, so das Opfer des Konflikts.

Wegen dieser gefährlichen Drohung wurde auch der Bekannte des Lehrlings angezeigt, er erschien allerdings nicht zum Prozess in der Vorwoche. Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri verurteilte den Lehrling zu 480 Euro Geldstrafe. An das Opfer muss er 200 Euro bezahlen. „Ich bin überzeugt, dass Sie an der Schlägerei mitgewirkt haben“, so die Richterin.