Erstellt am 08. Juni 2011, 00:00

Disput um Nahversorgung. POLITIK / Bald kommt neuer Nahversorger für Willersdorf. Dass es in Aschau noch immer keinen gibt, ärgert Ingrid Ulreich (SPÖ).

VON DANIEL FENZ

WILLERSDORF / Vergangene Woche fand eine Vorstandssitzung in der Großgemeinde Oberschützen statt. Im Anschluss wurden Gerüchte laut, die SPÖ sei gegen die Ansiedelung eines Nahversorgers gewesen. „Bei der Vorstandssitzung wurde über die Nahversorgung in Willersdorf diskutiert. Es gab den Beschluss der Umwidmung für ein Geschäftslokal, wobei die SPÖ-Gemeindevorstände Ingrid Ulreich und Martin Grill dagegen stimmten“, erzählt FPÖ-Gemeindevorstand Ernst Karner.

SPÖ-Vizebürgermeisterin Ingrid Ulreich kontert: „Das stimmt so nicht. Ich wollte einen Abänderungsantrag stellen, nämlich dass zusätzlich zu Willersdorf auch in Aschau ein Nahversorger angesiedelt wird. Nichts anderes war mein Wunsch, alle Ortsteile müssen gleich behandelt werden. Wir stimmten nur dagegen, weil Günter Toth meinen Abänderungsantrag nicht annahm“, sagte Ulreich. Ernst Karner weiter: „Es gab einen Eklat zwischen dem Ortschef und Ulreich. Wir haben bereits die A&O-Gruppe als Betreiber gefunden. Dieser Beschluss wird in der nächsten Gemeinderatssitzung gefällt werden.“

Bürgermeister Günter Toth (ÖVP) hielt sich gegenüber der BVZ bedeckt: „Es ist richtig, dass es einen Beschluss im Gemeindevorstand gegeben hat. Mehr kann und will ich dazu jedoch nicht sagen. Faktum ist, dass wir uns bemühen, dass es in Willersdorf einen Nahversorger gibt.“ Toth wollte bereits vor eineinhalb Jahren dieses Vorhaben auch im Ortsteil Aschau umsetzen, „doch es scheiterte vom System her.“ In Willersdorf könnte das Projekt jedoch in Zusammenarbeit mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft umgesetzt werden.

„Ich glaube, es ist eine gute Geschichte und das Modell macht Sinn. Voraussetzung ist natürlich, dass dieses Modell gefördert werden kann“, so Toth abschließend. Das Problem, dass der Nahversorger abspringen könnte und das Lokal dann leer steht, sieht er nicht. „Dann übernimmt die Gemeinde das Lokal beziehungsweise die Wohnung wieder und schreibt es neu zur Vermietung aus.“