Erstellt am 19. Juni 2013, 00:00

Dopingmittel verkauft. Urteil / Ein 28-Jähriger wurde verurteilt, weil er Anabolika verkaufte und Verkaufsgespräche führte.

Von Elisabeth Kirchmeir

BEZIRK GÜSSING / 2010 soll der 28-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Güssing Anabolika an einen anderen Mann verkauft haben. Bei Telefonüberwachungen von Herbst 2011 bis Februar 2012 wurden Gespräche des Angeklagten aufgezeichnet, aus denen hervorgehen soll, dass er weitere Verkaufsgespräche mit Interessenten führte.

Vor Gericht bekannte sich der Mann nicht schuldig. „Ich habe nie etwas verkauft“, sagte er. Einige Zeugen gaben an, vor dem kräftig gebauten Angeklagten Angst zu haben. Jener Abnehmer, der 2010 zehn Fläschchen mit Anabolika gekauft haben soll, schwächte seine vor der Polizei eindeutige Aussage vor Gericht ab.

Dennoch wurde der Arbeiter in der Vorwoche nach dem Antidoping Bundesgesetz zu einer Haftstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt. „Die Angaben des Zeugen vor der Polizei, dass Sie ihm Dopingmittel verkauften, waren eindeutig“, erklärte Richterin Mag. Gabriele Nemeskeri.

„Dass er diese Aussage vor Gericht relativierte, hängt damit zusammen, dass er bedroht wurde“, so die Richterin. „Dass die Leute vor Ihnen Angst haben, ist offensichtlich.“

Der Angeklagte bat um Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab - somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.