Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

Drei Grenzpolizeistellen werden geschlossen. SICHERHEIT / Eberau ist nicht auf der „schwarzen Liste“. Dafür Aus für Grenzpolizei in Eisenberg, Inzenhof und Mogersdorf.

Die Grenzpolizeiinspektion in Inzenhof ist nur noch bis Ende Juni geöffnet. Derzeit sind acht Beamte vor Ort installiert. ZVG  |  NOEN
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OBERWART / Acht Grenzdienststellen der Polizei werden geschlossen (siehe dazu auch Seite 3). Im Südburgenland ist jeder Bezirk betroffen: Eisenberg in Oberwart, Inzenhof in Güssing und Mogersdorf in Jennersdorf. Eberau steht vorerst nicht auf der Schließungsliste, im Gespräch der BVZ mit Polizeibeamten wurde diese bis zuletzt hinter vorgehaltener Hand aber immer als „sehr wahrscheinlich“ bezeichnet (die BVZ berichtete).

Für die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden ist die Meldung schlicht „katastrophal“. Zusätzlich sind die Ortschefs enttäuscht darüber, dass das Innenministerium nicht vorab Gespräche in den Gemeinden geführt hat. „Den Plan gibt es schon länger, viele haben davon gewusst – wohl nicht die Bürgermeister, aber in Eisenstadt waren die Pläne sicher bekannt“, meinte am Montag ein Insider gegenüber der BVZ. Zugegeben wollte das freilich niemand.

In Inzenhof (siehe Foto oben) ist Bürgermeister Jürgen Schabhüttl (SPÖ) „nicht erfreut“: „Ich habe von der Schließung erst aus den Medien erfahren“, sagt der Ortschef. „Uns wurde zwar gesagt, dass die Beamten in Güssing bleiben. Weil aber viele Planstellen gestrichen und natürliche Abgänge nicht mehr nachbesetzt werden, wissen wir nicht, ob das auch stimmt.“ Für Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) ist die Vorgangsweise „eine Frechheit, den Landeshauptmann, Personalvertreter und Medien zeitgleich zu informieren“. Von einer „skandalösen Vorgangsweise“ spricht auch Franz Wachter (ÖVP), Bürgermeister von Deutsch Schützen-Eisenberg. „Ich bin enttäuscht. Ganz ehrlich.“ Auch Josef Korpitsch, ÖVP-Bürgermeister in Mogersdorf, ist „traurig über die Vorgehensweise vom Innenministerium: Im Herbst hat es noch geheißen, die Chancen für den Fortbestand stünden nicht schlecht.“ Zusätzlich sei der Posten in Mogersdorf erst „unlängst um zigtausende Euro umgebaut worden. Wenn die BIG etwas anderes daraus machen will, müssen sie wieder umbauen“.

Die BIG, das ist die Bundesimmobiliengesellschaft, in deren Eigentum sich die Grenzpolizeidienststellen befinden. Was mit den Gebäuden, die wohl ab 1. Juli leer stehen werden, passieren soll, weiß noch niemand. Auf eine diesbezügliche Anfrage der BVZ wollten die Verantwortlichen keine Stellung nehmen.



FRAGE DER WOCHE

Alfred Ranftl, Eberau: „Ich wünsche mir erstens, dass unsere Polizeidienststelle in Eberau nicht geschlossen wird. Wir liegen an der Grenze zu Ungarn, daher wäre das nicht verständlich. Falls es doch so kommen sollte, dann wäre ich dafür, dass dieses Gebäude für Wohnungen genützt wird.“

Manfred Skerlak, Heiligenkreuz: „Nachdem ich selbst in einer Grenzregion zu Hause bin, finde ich es schlecht, wenn Polizeiposten geschlossen werden. Bei einer Schließung wäre es sinnvoll, wenn die leer stehenden Gebäude für Wohnungen genutzt werden oder daraus ein Jugendraum entsteht.“

Ewald Jandrisevits, Großmürbisch: „Am besten wäre es, wenn diese Gebäude vermietet werden. Ich finde es schade, dass einzelne Posten wie Inzenhof zusperren. Vielleicht kann man dieses Gebäude dann für die Jugend oder Vereine in den Gemeinden der Umgebung nutzen.“