Erstellt am 13. Februar 2013, 00:00

Drei Katzen zu viel. Streitfall / Tierschützer füttern Katzen am Dorfplatz. Angebliche Bürgerinitiative stößt sich daran. „Futternäpfe verschandeln Ortsbild!“

Unverständlich. Silvia Laab füttert täglich drei Katzen am Dorfplatz der Gemeinde Burg. »Meist hüpfen sie in mein Auto, fressen und sind dann gleich wieder weg.«  |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

BURG / Wie heißt es so schön? Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann – schon gar nicht drei kleine Vierbeiner.

Drei Katzen erregen in der Ortschaft Burg nämlich die Gemüter einiger Einwohner. Grund dafür: ihre bloße Anwesenheit. „Die Katzen gehören niemanden und werden auf Kosten des Tierschutzes gefüttert“, erklärt Tierschützerin Christa Jandl. Die Tiere wurden bereits kastriert und werden einmal täglich vor dem ehemaligen Milchhäuschen der Gemeinde von einer engagierten Einwohnerin mit Futter versorgt.

Am Futterplatz scheiden sich jetzt allerdings die Geister. „Ich bin ein unmittelbarer Anrainer und es geht mir schon sehr gegen den Strich, dass die Tiere ausgerechnet mitten im Ort gefüttert werden. Wir haben die ehemalige Milchsammelstelle renoviert und wollen den Platz im Zuge der Dorferneuerung schön gestalten. Wie sieht das denn aus, wenn dort immer Katzenfutter in Plastikbechern herum steht“, sagt ein Einwohner, der allerdings anonym bleiben möchte. Er fürchtet außerdem, dass durch das Futter Marder und Ratten angezogen werden.

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Katzen sollen weg, sonst „passiert etwas“

Tierschützerin Christa Jandl kontert: „Es steht lediglich ein einziger Futterspender dort, was daran ein ganzes Ortsbild verschandeln soll, ist mir ein Rätsel. Wen stören drei freilaufende Katzen, die gibt es doch in jeder Ortschaft. Jetzt sollen wir die Tiere aufgrund der Dorfplatzerneuerung wegschaffen. Man hat sogar gedroht, dass den Tieren etwas passieren wird, wenn sie weiter dort gefüttert werden“, berichtet Jandl fassungslos.

Auch Bürgermeister Erich Werderits ist über das Katzenjammer im Bilde. Er sagt: „Man sollte die Futterstelle verlegen oder ganz damit aufhören die Tiere zu füttern. Das sind Katzen, die finden schon etwas zum Fressen.“

Informationen zu Folge gibt es bereits eine Bürgerinitiative inklusive Unterschriftenliste gegen die drei Samtpfoten. Gegenüber der BVZ wollte sich dazu allerdings niemand von den Beteiligten äußern.