Erstellt am 03. Januar 2014, 23:59

Drei neue Schutzgebiete. In Rechnitz, Grafenschachen und Ollersdorf werden LEADER-Projekte umgesetzt. Insgesamt werden fünf Hektar unter Naturschutz gestellt, Flora und Fauna profitieren.

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Vonh Michael Pekovics

REGION / Grünräume in den Gemeinden sorgen für mehr Lebensqualität – bei uns Menschen, aber auch bei Fauna & Flora, die auf diesen Flächen noch Lebensraum finden. Denn in unserer modernen Landschaft ist Grund und Boden ein wertvolles Gut geworden, das überall effizient genutzt werden muss – sei es als landwirtschaftliche Nutzfläche, als Bauland oder für den Verkehr.

Kleine Schutzgebiete zum Wohle aller

Während es vor einigen Jahrzehnten noch viele offene, unbebaute Lücken gab, die der Natur als Rückzugsgebiete zur Verfügung standen, werden solche Inseln heute immer seltener. So entstand die Idee, landesweit „Gemeindeschutzgebiete“ zu errichten.

Diese kleinräumigen Schutzgebiete bilden ein Mosaik aus kleinen „Ökozellen“ - zum Wohle von Mensch und Natur. Die im Vorjahr von Rechnitz, Grafenschachen und Ollersdorf begonnen LEADER-Projekte werden nun umgesetzt. Insgesamt wurden rund fünf Hektar Grund angekauft, die künftig unter Naturschutz stehen.

Der Naturschutzbund Burgenland hat die Auswahl der Flächen fachlich unterstützt und einige Besonderheiten entdeckt: Zum Beispiel den „Großen Waldportier“, ein österreichweit als „stark gefährdet“ eingestufter Tagfalter, in Rechnitz oder die „Europa-Trollblume“ in Grafenschachen. Die neuen Schutzgebiete umfassen auch zwei kleine Teiche, die für Amphibien wie etwa Springfrösche bedeutend sind, da für diese Tiergruppe kaum geeignete Laichgewässer zur Verfügung stehen.

Gemeindeschutzgebiete sollen aber keinesfalls „Naturschutz unter dem Glassturz“ sein. Es sind Schutzflächen von und für die Gemeinden und ihre Bewohner. Daher ist es immer auch ein zentraler Aspekt des Projektes, die Bevölkerung mit einzubinden.

Ein schöner Ansatz dazu wurde in Grafenschachen gefunden, wo Kinder der Volksschule bei der Pflanzung von Obstbäumen tatkräftig mitgeholfen und sogar Patenschaften für ihre Obstbäume übernommen haben. In den nächsten Jahren kann hier eine Streuobstwiese heranwachsen und sicher ist die Freude groß, wenn der erste Apfel oder die erste Zwetschke vom „eigenen“ Baum geerntet werden kann.

Demnächst werden Pulte aufgestellt, auf denen man Wissenswertes rund um die Lebensräume und die vorkommenden Arten nachlesen kann.