Erstellt am 08. Februar 2012, 00:00

Ehemann im Kofferraum. EIFERSUCHT /  Ein Baupolier war überzeugt, dass seine Frau eine Affäre hatte. Verurteilt wurde er nun wegen Vergewaltigung.

BEZIRK OBERWART /  Die Ehe zwischen dem 38-jährigen Baupolier und seiner Gattin war schon ziemlich am Ende. „Wahrscheinlich hatte sie seit dem Herbst 2010 was mit dem Herrn K.“, sprach der Angeklagte vor Gericht seinen Verdacht an.

Seine Frau habe einen Kurs besucht und sei öfter von dem angeblichen Nebenbuhler heimgebracht worden. Deshalb sei er eines Nachts, während seine Frau beim Unterricht war, mit dem Reserveschlüssel in ihr Auto gestiegen und habe sich im Kofferraum versteckt. „Sie fuhr in den Wald. Ich habe mich stillverhalten. Herr K. kam. Sie diskutierten über Sex und über Abstand gewinnen.“ Da sei er aus dem Kofferraum herausgeklettert und dazwischen gegangen.

„Sie hatten schon vorher Probleme“, erzählte Herr K. als Zeuge über diesen Vorfall. „Darüber haben wir oft geredet. Damals hat sie mich angerufen und gesagt: Es gab wieder Streit. Wir haben uns dann außerhalb von Oberwart getroffen. Wir haben nur geredet. Auf einmal hüpft ihr Ehemann nach vorne!“

Angeblicher Nebenbuhler  war schwer geschockt

„Da waren Sie aber schön überrascht!“, warf Richter Dr. Wolfgang Rauter ein. „Ich bin fast aus dem Auto hinausgefallen“, bestätigte Herr K., der im übrigen (unter Wahrheitspflicht!) aussagte, er habe niemals ein Verhältnis mit der Gattin des Angeklagten gehabt. „Ich kenne sie seit 15 Jahren, wir sind gut befreundet und konnten gut miteinander reden.“

„Am 29. Juni 2011 ist sie wieder spät heimgekommen. Am Beifahrersitz war ein schöner Sportfleck“, berichtete der Mann. „Sie meinen, einen Spermafleck?“, erkundigte sich der Richter. „Ja. Ich konfrontierte meine Frau damit und sie sagte, sie sei mir keine Rechenschaft schuldig.“ Am 3. Juli 2011 soll er seine Frau gegen ihren Willen in ihrem Intimbereich berührt haben. Das entspricht juristisch einer Vergewaltigung. Am selben Tag stellte ein Gynäkologe bei der Frau eine Verletzung in der Scheide fest. Am 13. Juli soll es auf einem Parkplatz in Oberwart zu einem weiteren Vorfall gekommen sein. Die Gattin des Angeklagten kam vom Kurs, er sprang auf sie zu, stieß sie zu Boden und griff ihr unter den Rock. Als Herr K. und ein Arbeitskollege hinzukamen, soll er von ihr abgelassen haben.

Der Baupolier bekannte sich nicht schuldig. Es handle sich um ein Komplott, das seine Gattin, ihr angeblicher Geliebter und dessen Arbeitskollege gegen ihn geschmiedet hätten. „Damit sie einen Scheidungsgrund hat“, meinte der Angeklagte.

Der Schöffensenat hielt seine Argumente für unglaubwürdig und verurteilte den Mann zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 5.400 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.