Erstellt am 29. April 2015, 06:35

Ehepaar: „Dankbar, aber auch verärgert‘. Ein Paar, dessen Ehe nun nicht mehr gültig ist, über seine aktuelle Gefühlslage.

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Andrea und Martin (Namen von der Redaktion geändert) haben vor rund zwei Jahren geheiratet – und erfahren plötzlich, dass sie rein rechtlich nie verheiratet gewesen waren.

BVZ: Was war Ihre erste Reaktion, als Sie den Brief gelesen haben?
Andrea: Wir sind beide aus allen Wolken gefallen und konnten zuerst gar nicht glauben, was wir gelesen haben. Irgendwie fasse ich das Ganze immer noch nicht…
Martin: Mich stört vor allem, dass seitens des Standesbeamten das Vertrauensverhältnis ausgenutzt wurde. Schließlich vertritt er eine staatliche Institution, auf die wir uns verlassen haben und dann erfährt man plötzlich per Post, dass alles gar nicht so ist, obwohl man es jahrelang geglaubt hat.

„Haben uns gut betreut und aufgehoben gefühlt“

BVZ: Ärgern Sie sich auch darüber, dass Sie zu viel für die Hochzeit bezahlt haben?
Andrea: Nein, gar nicht. Schließlich wurde uns ja der Wunsch erfüllt, dort heiraten zu können, wo wir das auch wollten. Das hätte kein anderer Standesbeamter gemacht. Wir haben uns auch gut betreut und aufgehoben gefühlt, er war immer sehr freundlich.
Martin: Jetzt, wo wir wissen, was im Gesetz steht, ärgert mich das schon ein wenig …
Andrea: Dann muss eben das Gesetz verändert werden. Ich weiß von Bekannten, dass es oft sehr schwer ist, standesamtlich außerhalb des Gemeindeamts zu heiraten. Das kann es ja auch nicht sein, er hat uns nur unseren Wunsch erfüllt.

BVZ: Müssen Sie jetzt noch einmal heiraten, was sind die nächsten Schritte?
Andrea: Wir hoffen, dass sich die Angelegenheit doch noch anders klärt, schließlich gibt es diesbezüglich ja Bemühungen in den Ministerien.
Martin: Wir warten jetzt einmal ein bisschen ab. Unser einziger Wunsch ist es, dass wir so verheiratet sind, wie wir geglaubt haben, dass wir es sind.