Erstellt am 24. November 2010, 00:00

Ein Lern-Camp mit Kick. PROJEKT / Schüler organisieren für Schüler eine Fußball-Woche, die über den Sport hinaus vielfältige Kompetenzen vermitteln soll.

Die SchülerInnen der Neuen Mittelschule sind hochmotiviert und freuen sich auf die Umsetzung eines herausfordernden Projekts.ROIS  |  NOEN
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MARKT ALLHAU / „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, sagt der Volksmund und das sagen momentan auch 13-jährige SchülerInnen der Neuen Mittelschule Markt Allhau (NMS), die gerade an einem Projekt arbeiten, das es österreichweit in dieser Form noch nirgends gab: 20 SchülerInnen der vierten Klasse stellen eigenverantwortlich ein „Kick & Learn“-Camp (siehe Infobox) für Sechs- bis Zwölfjährige auf die Beine, das in einer Sommerferien-Woche 2011 über die Bühne gehen soll und dem die heimische Fußball-Größe Andreas Herzog einen Besuch abstatten wird.

„Schwierig aber super“:   Projekt als Herausforderung

Von der Vorbereitung über Finanzierung und Werbung, dem Gewinnen von Sponsoren und Teilnehmern bis hin zur Durchführung des Camps können die Jugendlichen zeigen, was in ihnen steckt – konfrontiert mit der Realität außerhalb der Schulmauern und damit auch „viel näher an dem, was gefordert ist im echten Leben“, so Jens Mengler, Mitbegründer des „Kick and Learn“-Camps. Gemeinsam mit Organisatorin Gabriele Hebenstreit war er vergangene Woche zu Gast an der NMS und schulte die Kinder intensiv ein. Die Aufgabenbereiche wurden verteilt und bis zum Sommer werden die einen als Lern- oder Fußballtrainer ausgebildet, die anderen gestalten die Homepage, die einen kümmern sich um Marketing-Strategien und wieder andere lernen professionell zu filmen, denn aus dem Camp soll auch eine Film-Doku hervorgehen.

„Es ist eine echt schwierige Aufgabe und es ist viel Verantwortung“, so Lisa Starosta (13) und „riesen Fußballfan“ Markus Hochwarter (13), die von der Projektgruppe zu den Teamleitern gewählt wurden. „Aber das alles ist sicher gut fürs spätere Leben, wir freuen uns darauf und es wird sicher ein super Projekt.“

So junge Camp-Organisatoren gab es in Österreich bisher noch nicht. Erstmals veranstalten Schüler dieses Projekt für Schüler. „Und manchmal sind ja Kinder bessere Trainer als Erwachsene“, so Hebenstreit, die nach dieser ersten Woche bei den SchülerInnen der NMS ein gutes Gefühl hat. „Sie haben sich als engagierte Truppe entpuppt und werden lernen können, mit Verantwortung umzugehen.“ Und gerade die Selbstorganisation und Eigenverantwortung würden auch der Lernkultur, die die NMS vertritt, sehr gut entsprechen, so Direktor Alfred Lehner.

Die Lehrer sowie die „Kick and Learn“-Profis stehen den SchülerInnen natürlich unterstützend zur Seite. „Wesentlich aber ist“, so Lehner, „dass wir sie nur begleiten.“ Frei nach dem Motto: „wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, und wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“ wolle man den SchülerInnen mit diesem Projekt auch die Möglichkeit geben, Fliegen zu lernen.