Erstellt am 19. Februar 2014, 10:14

von Vanessa Bruckner

Eine „bundene Gschicht“. Hochart / Der Hianzn-Experte Hans Piff beweist einmal mehr seine Qualitäten als „Sherlock Holmes“ und verfasste 600 Seiten Pinkafelder Geschichte.

Jahrzehntelang recherchierte Hans Piff für sein geschichtsträchtiges Werk auf Papier. Das Buch ist das dritte Projekt des Vereines »Quagala - Geschichtswerkstatt Pinkafeld«. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa
Von Vanessa Bruckner

Hans Piff mag nichts ruhen lassen. Schon gar nicht, wenn die Geschichte so viele Geschichten ans Licht bringt. So viele fast vergessene Geschichten. Knapp 600 Seiten hat der Historienforscher aus Hochart nämlich mit all diesen Geschichten gefüllt.

„Recherchiert habe ich jahrzehntelang“

Über Männer aus Pinkafeld, die als Soldaten in Verona stationiert waren und denen der Wein, Jahrgang „18. Jahrhundert“ dort unten zu „röwig“ war. Geschichten über Totenkutschen, wie die von Kaiserin Sisi - nur dass sie eben Menschen aus Pinkafeld und nicht die große Kaiserin zur letzten Ruhe geleiteten.

x  |  NOEN, Vanessa
„Recherchiert habe ich jahrzehntelang, geschrieben habe ich dieses Buch aber in weniger als einem Jahr“, erzählt Hans Piff im Gespräch mit der BVZ. Sein lebenslanges Interesse für die Geschichte und Liebe zu seiner Heimatstadt Pinkafeld war, so der pensionierte Lehrer, ausschlaggebend dafür, sich „endlich hinzusetzen und alles auf Papier festzuhalten.“

Berichte von Zeitzeugen, aber auch Predigten

Aus einer bunten Vielfalt an Dokumenten von Dachböden formte Piff ein Buch, eine „Collage“, die rund 80 Jahre Geschichte festhält. „Von Pinkafö nach Pinkafeld“ heißt das Buch, das Berichte von Zeitzeugen ebenso wiedergibt wie Fotos, alte Zeitungsausschnitte, Predigten oder Plakate.

„Ich wollte vor allem Leute, die in keinen Geschichtsbüchern vorkommen, in den sichtbaren Bildausschnitt rücken. Es erscheint mir sinnvoll aufzuzeigen, wie viel Freud und Leid diesen Menschen widerfahren ist, wie viel Idealismus sie aufbringen mussten, um uns das Erbe unserer Heimat so zu übergeben, wie wir es vorgefunden haben.“

Von Pinkafeldern, dem Kaiser und Zeppelinen

Das Buch ist bereits das dritte Projekt des 63-Jährigen, das er gemeinsam mit seiner Tochter Johanna umgesetzt hat.

Vom alten Lotterieschein eines Pinkafelder Soldaten erlangte Piff neue Erkenntnis zur Liebe zwischen dem Bruder des Kaisers und seiner angebeteten Prinzessin. Was der große Dichter Friedrich Schlegel und das Gemälde in der Pinkafelder Friedhofskapelle verbindet, weiß der Historienforscher auch.

Und auch, warum der Großvater eines Einwohners der Stadtgemeinde weder seinen Zeppelin noch sein Kriegsschiff je „an eine Nation“ brachte. Neugierig? Dann am besten in einer Bankfiliale Pinkafelds vorbeischauen. Aber bitte nicht die Mitarbeiter „ausfratscheln“, sondern nach Hans Piffs neuestem Werk fragen - das gibt es nämlich dort zu kaufen.