Erstellt am 19. Oktober 2011, 00:00

Eine Tote, ein Beifahrer gelähmt - Haft für Lenker. TRAGÖDIE / Mit 120 km/h kam ein 41-Jähriger von der Straße ab. Eine 17-Jährige starb, ein 19-Jähriger sitzt gelähmt im Rollstuhl.

GROSSPETERSDORF / Am Montag dieser Woche fand der Prozess gegen jenen Autolenker statt, der zu Christi Himmelfahrt 2011 einen folgenschweren Verkehrsunfall auf der Umfahrung Großpetersdorf verursacht hatte.

Der 41-jährige arbeitslose Arbeiter war in den frühen Morgenstunden des 2. Juni nach einer Lokaltour zu einem letzten Stopp in einem Nachtlokal eingekehrt. Seine drei Beifahrer, zwei Männer im Alter von 19 und 30 Jahren sowie eine 17-jährige Jugendliche, hatten sich im Auto bereits schlafen gelegt.

„Ich wurde erst munter, als ich einen Pumperer hörte“, erinnerte sich der 30-Jährige. Da war der schreckliche Unfall schon passiert. Der Arbeiter war mit 1,36 Promille Alkohol im Blut mit weit überhöhter Geschwindigkeit bei 120 km/h in einer Linkskurve rechts von der Fahrbahn abgekommen. Das Auto stürzte zehn Meter über eine Böschung hinunter, prallte gegen einen Baum und überschlug sich mehrmals.

Mädchen starb an schweren  Kopfverletzungen

Das 17-jährige Mädchen erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass es drei Tage später im Spital verstarb. Der 19-jährige Beifahrer wurde ebenfalls massiv verletzt: Er erlitt mehrfache Brüche, unter anderem des Gesichtsschädels und der Wirbelsäule, eine Gehirn- und eine Rückenmarksverletzung.

Der junge Mann ist seit dem Unfall von der Brust abwärts gelähmt und auf fremde Hilfe angewiesen. Er absolviert derzeit eine mehrmonatige Rehabilitation. Der 30-jährige Beifahrer erlitt einen Bruch eines Brustwirbels.

Der Arbeiter bekannte sich zu dem Unfall schuldig. Er gab auch zu, Arbeitskollegen und einem Bekannten Geldbeträge im Gesamtwert von rund 800 Euro gestohlen zu haben.

„Mein Mandant war in eine Lebenskrise gestürzt. Er litt an einer Spielsucht“, brachte die Verteidiger für den Angeklagten vor.

Richterin Mag. Karin Knöchl verurteilte den Alkolenker zu 16 Monaten unbedingter Haft. An den querschnittsgelähmten Beifahrer, der von der Haftpflichtversicherung bereits 15.000 Euro Schmerzensgeld erhielt, muss er weitere 5.000 Euro bezahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.