Erstellt am 05. Februar 2016, 10:44

von Michael Pekovics

Einstimmiger Schlagabtausch. Die jüngste Gemeinderatssitzung in Oberwart dauerte rund eine Stunde, obwohl nur ein Punkt zum Beschluss stand. Der erfolgte dafür gleich einstimmig.

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Vor der Gemeinderatssitzung am Dienstag dieser Woche waren die Fetzen zwischen den Parteien geflogen (siehe auch weiter unten).

Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) stand in der Kritik, weil bei der Sitzung davor falsche Unterlagen an die Gemeinde- beziehungsweise Stadträte verteilt worden waren. Weshalb der Punkt "Auftragsvergabe Baumeisterarbeiten" (Anmerkung: für die Sanierung des Rathauses) verschoben werden musste.

"Bei dieser Auftragssumme muss alles passen"

In der Sitzung bekräftigen SPÖ und FPÖ ihre Kritik an Rosner. "Bei einer Auftragssumme von knapp einer Million Euro muss alles passen", begründeten SPÖ-Vize Dietmar Misik und FPÖ-Stadträtin Ilse Benkö ihre Ablehnung bei der ersten Sitzung. Beim zweiten Anlauf am Dienstag dieser Woche war alles angerichtet für den großen Schlagabtausch - und der sollte auch kommen.

SPÖ und FPÖ wiederholten ihre Kritik an Rosner, der Bürgermeister wiederum wurde von seiner Fraktion vehement verteidigt. Rund eine Stunde lang dauerte der politische Schlagabtausch in der Gemeinderatssitzung, die wegen der Sanierung des Rathauses erneut im Sitzungssaal des Feuerwehrhauses über die Bühne ging.

Schlussendlich wurden die Baumeisterarbeiten vergeben, die Baufirma von Gerald Guttmann hat den Auftrag erhalten.

Mehr dazu lesen Sie in der nächsten Ausgabe der BVZ!

 

SP, FP und Grüne: „Rosner braucht uns“

SPÖ, FPÖ und Grüne machen in gemeinsamer Pressekonferenz Druck auf ÖVP-Stadtchef: „Wir haben die Mehrheit.“

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Die Auftragsvergabe für die Rathaussanierung schlägt weiter hohe Wellen (die BVZ berichtete). Einen Tag vor der neuerlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag (nach Redaktionsschluss) baten SPÖ, FPÖ und Grüne zur gemeinsamen Pressekonferenz.

Dabei bekräftigten sie ihre Kritik darüber, dass dem Gemeinde- beziehungsweise dem Stadtrat vor dem Beschluss falsche Unterlagen vorgelegt wurden.

„Bürgermeister ist handlungsunfähig“

„Rosner ist in vielen Dingen säumig und die fehlerhaften Unterlagen hat er ganz alleine zu verantworten“, kündigt FPÖ-Stadträtin Ilse Benkö nun wieder „knallharte Oppositionsarbeit“ an und stellte für die Gemeinderatssitzung sogar eine Rücktrittsaufforderung und einen Misstrauensantrag in den Raum.

Auch SPÖ-Vize Dietmar Misik schlägt in dieselbe Kehre: „Wir wollen konstruktiv für die Stadt arbeiten, Seite an Seite mit der FPÖ. Schließlich haben wir die Mehrheit im Gemeinderat, Rosner ist handlungsunfähig.“

Und SPÖ-Stadtrat Ewald Gossy setzte sogar noch einen drauf: „Sein Name müsste eigentlich ‚Häuptling fremde Feder‘ sein, weil alle Projekte noch aus der Amtszeit von Gerhard Pongracz stammen.“

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Rosner zeigt sich im Gespräch mit der BVZ überrascht über die Intensität der Kritik: „Anscheinend wurde schon der Vorwahlkampf gestartet, wenn sich jetzt SPÖ und FPÖ gegen mich verbünden. Wenn sie glauben, dass das Oberwart weiterbringt, wünsche ich alles Gute. Mit verhindern wird man nichts weiterbringen, ich versuche weiterhin, alle einzubinden.“