Erstellt am 15. August 2012, 00:00

Eltern schlagen Alarm: Hort nicht kindgerecht. BETREUUNG / Die Räumlichkeiten für die rund 100 Hortkinder sind nicht ausreichend. Einrichtungen platzen aus allen Nähten.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Die Betreuungseinrichtungen der Bezirkshauptstadt sind überbelegt. Sowohl Kindergarten, Hort als auch Volksschule sind an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Als kurzfristige Maßnahme wird nun eine Hortgruppe vom städtischen Kindergarten in die Volksschule verlegt, um Platz für eine weitere Kindergartengruppe zu schaffen.

Die Eltern der Hortkinder schlagen aber Alarm: „Es sind schon jetzt keine geeigneten Räumlichkeiten vorhanden: Unsere Kinder sitzen in den Klassen der Volksschule, können den Turnsaal nicht benutzen, weil der immer von Vereinen belegt ist, und die Außenflächen haben den Charme eines Gefängnishofes.“ Kritisiert wird vor allem, dass „die Situation seit Jahren bekannt ist und schon immer nur ein Provisorium war“.

„Viel Platz für Autos, aber  keinen Raum für Kinder“

Die Forderung der Eltern: „Wir brauchen eine Lösung. Es kann nicht sein, dass Oberwart viel Platz für Autos hat, aber keine geeigneten Räumlichkeiten für Kinder. Die aktuelle Situation ist eine Katastrophe.“ Bürgermeister Gerhard Pongracz (SPÖ) ist die Problematik bekannt: „Unsere Räumlichkeiten entsprechen zwar dem Gesetz. Aber auch ich bin der Meinung, dass wir eine Lösung für diese unbefriedigende Situation brauchen.“ Laut Pongracz gibt es große Pläne für die Oberwarter Bildungseinrichtungen: „Wir wollen in der Volksschule eine Form der Ganztagsschule installieren. Das müssen wir aber natürlich vorher mit den Eltern, Lehrern und den Behörden abstimmen.“ Sollte die Entscheidung positiv ausfallen, müsste die Volksschule massiv ausgebaut werden. Pongracz schwebt vor, auch die Rotunde in die Überlegungen mit einzubeziehen: „In dieser Richtung, auf der Rückseite der Volksschule, hätten wir genügend Platz für eine Erweiterung.“

Sollte aus der Volksschule aber keine Ganztagsschule werden, gibt es noch einen „Plan B“: Seit Kurzem plant die ausgelagerte Gesellschaft WSO (Wirtschaftsservice Oberwart, vormals TPO, Anmerkung) nämlich die Errichtung eines neuen Kindergartens. „Auch in diesem Bereich platzen wir aus allen Nähten“, sagt Pongracz. Als voraussichtlicher Standort wurde ein Grundstück südlich des ehemaligen Magnet-Supermarktes ins Auge gefasst. Details zu den Plänen gibt es noch nicht, aber laut Pongracz „steht die Gemeinde unter Zugzwang“: „Unser Kindergarten im Spital ist nur befristet. Sobald die Sanierungsarbeiten beim Krankenhaus beginnen, müssen wir außerdem den Spielplatz sperren, weil unter Kränen nicht gespielt werden darf.“ In den neuen Kindergartenstandort soll dann auch die Kinderkrippe, die derzeit im städtischen Kindergarten in der Badgasse untergebracht ist, übersiedeln. Sollte der Plan mit der Umwandlung der Volksschule in eine Ganztagsschule scheitern, wird für die Hortkinder der „Plan B“ umgesetzt. „Dann werden wir einfach den neuen Kindergarten so erweitern, dass dort auch die Hortbetreuung möglich ist.“

Viel Zeit lassen darf sich die Gemeinde aber nicht. Im Herbst soll die Entscheidung über die Ganztagsschule fallen, über den Winter wird der Neubau des Kindergartens geplant. „Ende 2013 oder 2014 könnten wir fertig sein“, hofft Pongracz. Finanziert soll das Projekt mit frei werdenden Mitteln aus dem Sanierungskonzept der Stadt werden.

Überbelegt. Die Volksschule beherbergt den Hort der Gemeinde. Die Räumlichkeiten sind aber nicht geeignet. Jetzt wird neu geplant.