Erstellt am 21. November 2012, 00:00

Erde aus Kompost. Großer Sieger / Unternehmen „Sonnenerde“ aus Riedlingsdorf holt die große Auszeichnung erstmals für das Burgenland.

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Von Vanessa Bruckner

RIEDLINGSDORF / Ein Steirer, der gerne in der „Erde groblt“, gewinnt den diesjährigen Klimaschutzpreis für das Burgenland. Klingt außergewöhnlich – ist es auch. Gerald Dunst wurde für seine innovative Arbeit im Bereich Erd- und Kompostwerk ausgezeichnet. Sein in Riedlingsdorf ansässiges Unternehmen „Sonnenerde“ hat sich auf die Herstellung von hochwertigen Fertigerden auf Kompostbasis spezialisiert.

Das Unternehmen des 47-Jährigen hat mit dem Projekt zur Entwicklung und Errichtung einer Pflanzenkohleproduktion bei der Jury voll gepunktet und bekam den Preis in der Kategorie „Klimaschutz durch Innovation“.

Dunst: „Haben neue 

Gerald Dunst hat die Firma 1998 gegründet und in den vergangenen Jahren eine Million Euro in das Erd- und Kompostwerk in Riedlingsdorf investiert. Der Geschäftsführer selbst sieht seinen Kampf gegen den Klimawandel nicht so schwarz, wie die Erde ist, die er produziert. „Mit unserer Pflanzenkohle haben wir eine vollkommen neue Dimension erreicht. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die erste abfallrechtlich bewilligte Pflanzenkohle-Produktionsanlage Europas in Riedlingsdorf errichtet haben.“

Mittlerweile arbeitet die Anlage im 24-Stunden-Betrieb und produziert dabei täglich rund 1.500 Kilogramm hochwertige Pflanzenkohle. Der Unternehmer war jahrelang als Kompostberater in ganz Europa unterwegs. „Die meisten Kunden, die ich betreut habe, wollten nur entsorgen. Was dabei rauskam, war ihnen egal.“

Dunst wiederum war das Endprodukt nicht wurscht, im Gegenteil. „Irgendwann hab ich beschlossen, die Sache selber anzupacken. Das Werk in Riedlingsdorf war ein Glücksfall, es stand leer. Ich habe es zuerst von der Gemeinde gepachtet und später gekauft.“

Man kann die hochwertige Sonnenerde kübel- oder tonnenweise kaufen. „Baufirmen und Gartengestalter aus der Region sind unsere Hauptabnehmer“, berichtet Dunst, der schon als Kind nichts lieber tat, als den heimischen Kompost im Garten umzuschaufeln.

Die innovative Pflanzenkohle wird als Dünger für Acker und Gärten verwendet. „Mit dem entscheidenden Vorteil, dass sich Sonnenerde immer wieder reproduziert“, erklärt der Fachmann. „Der darin enthaltene Kohlenstoff ist wichtigster Lebensraum für Mikroorganismen. Durch den Kohlenstoff bleibt der Kompost langfristig im Boden gespeichert und liefert so länger wichtige Nährstoffe.“ Über die Auszeichnung sagt Dunst: „Es ist ein Wahnsinnsgefühl, das kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Man sieht das als Belohnung für eine langjährige harte Arbeit.“

Innovation. Gerald Dunst vor seiner Pflanzenkohle-Produktionsanlage, die erste abfallrechtlich bewilligte in ganz Europa.Vanessa