Oberwart

Erstellt am 21. September 2016, 05:31

von BVZ Redaktion

Triumph: Arbeiterkammer half Näherinnen. Arbeiterkammer verhilft Ex-Triumph-Mitarbeiterinnen zur Schwerarbeitspension: Genaue Dokumentation der Arbeitsabläufe war sehr hilfreich.

Bekamen vor Gericht Recht: Die Ex-Triumph-Arbeiterinnen Christine Mentlik und Gabriele Daniel mit AK-Regionalstellenleiter Christian Drobits. Foto: zVg  |  zVg

Im Frühjahr 2015 wurde das Triumph-Werk in Oberwart geschlossen, 210 Jobs waren weg. Viele Frauen, die in der Triumph als Näherinnen oder Lagerarbeiterinnen beschäftigt waren, fanden keine Arbeit und wurden in eine Arbeitsstiftung übernommen.

Christine Mentlik (57) und Gabriele Daniel (53), beide jahrzehntelang im Triumph-Werk beschäftigt, hatten schon vor der Werk-Schließung Kontakt mit der Arbeiterkammer in Oberwart aufgenommen. „Wir haben gewusst, dass es in unserem Alter sehr schwer sein würde, eine neue Arbeit zu finden, und haben uns erkundigt, welche Möglichkeiten uns blieben“.

Gerichtsgutachter errechnete den täglichen Energieverbrauch

In der Arbeiterkammer Oberwart wurde ihnen geraten, rasch ihre Arbeitsabläufe als Lagerarbeiterinnen genau zu dokumentieren, bevor das Werk geschlossen wird. Der Hintergedanke der AK-Eperten: „Wir wussten, dass die Frauen jahrelang schwere körperliche Arbeiten verrichten mussten. Der Beruf der Lagerarbeiterin steht aber nicht auf der Liste der Schwerarbeits-Berufe. Uns war klar, dass wir für solche Fälle vor Gericht ziehen müssen, um für die Betroffenen eine Schwerarbeitspension zu erreichen“, sagt AK-Regionalstellenleiter Christian Drobits.

Nach Schließung des Werkes beantragten die beiden Frauen mit Unterstützung der Arbeiterkammer, dass ihnen aufgrund ihrer Arbeit Schwerarbeitspension zustünde. Die Pensionsversicherungsanstalt lehnte ab. Darauf klagte die Arbeiterkammer Burgenland beim Arbeits- und Sozialgericht.

Ein Gerichtsgutachter errechnete aus den Aufzeichnungen den täglichen Energieverbrauch der Frauen, der deutlich über dem für Schwerarbeit festgelegten Wert lag: Beide Frauen bekamen die Schwerarbeitspension zugesprochen.

Christine Mentlik kann nun sofort in Pension gehen, Gabriele Daniel kann mit 55 Jahren die Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen. „Es war hart für uns, dass wir unser Recht vor Gericht durchsetzen mussten. Aber mit der Unterstützung der Arbeiterkammer haben wir es geschafft und können nun deutlich früher in Pension gehen. Wir sind natürlich überglücklich.“