Erstellt am 27. März 2013, 00:00

Erste Hilfe? Wie bitte!. Nachholbedarf / Studie zeigt: Beim „Helfen wollen“ sind wir Europameister. Beim Wissen um die richtigen „Erste Hilfe“-Maßnahmen allerdings Schlusslicht.

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Von Vanessa Bruckner

BEZIRK / Haben Sie Ahnung davon, wie man ein Unfallopfer in die stabile Seitenlage bringt? Oder wie man eine korrekte Mund-zu-Mund-Beatmung durchführt? Nein?! Dann sind Sie zwar bei Weitem nicht alleine, aber leider auch nicht viel besser als ein Großteil der restlichen österreichischen Bevölkerung.

Das Ergebnis des „Pisa First Aid“, bei dem Erste-Hilfe-Wissen von Autofahrern abgefragt wird, ergab jetzt nämlich, dass sich zwar 80 Prozent der Österreicher zutrauen, Erste Hilfe zu leisten, aber nur knapp jeder Siebente überhaupt weiß, was an einem Unfallort mit Verletzten zu tun ist.

„Das Einzige, was man in der Ersten Hilfe falsch machen kann, ist gar nichts zu tun“, bringt es der Sprecher des Roten Kreuzes Burgenland, Tobias Mindler, gleich zu Beginn auf den Punkt. Der 32-Jährige war selbst viele Jahre lang Lehrbeauftragter für Erste Hilfe und hat zahlreiche Erste-Hilfe-Kurse im Bezirk Oberwart gehalten.

„Die Erste-Hilfe-Kurse des Roten Kreuzes haben neben dem fachlichen Inhalt vor allem auch das Anliegen, den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern die Angst vor dem Helfen zu nehmen. Wir beobachten immer wieder, dass sehr viele Leute Angst haben, etwas falsch zu machen. Unsere wichtigste Botschaft ist in diesem Bereich: „Bitte helfen Sie! Versuchen Sie es einfach. Jede Hilfe ist besser als gar keine Hilfe!“

Das dachte sich auch Karin Holländer. Sie nahm vergangene Woche an einem Erste-Hilfe-Kurs im Riedlingsdorfer Gemeindeamt teil. „Ich nehme das sehr ernst und besuche regelmäßig Kurse. Eine Auffrischung des Wissens kann in diesem Fall lebensnotwendig sein, das sollte uns allen bewusst werden.“