Erstellt am 26. Oktober 2011, 00:00

EU schenkt Stadt eine Million für Sanierung. INFRASTRUKTUR / Pilotprojekt in Oberwart. Rund ein Kilometer Wasserleitung können saniert werden, 20 Kilometer wären nötig.

Bürgermeister Gerhard Pongracz, Klaus Müller (RS Technik) und Manfred Mock (MM Kanal-Rohr-Sanierung) präsentierten die neue Technologie.PEKOVICS  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Dass in der Bezirkshauptstadt Wasserrohrbrüche fast an der Tagesordnung sind, ist allgemein bekannt. Der letzte ereignete sich am Mittwoch der Vorwoche in der Beethovengasse. Ab April 2012 könnte sich das ändern – allerdings nur in begrenztem Ausmaß.

In der Vorwoche präsentierte Bürgermeister Gerhard Pongracz gemeinsam mit Klaus Müller und Manfred Mock ein Pilotprojekt der Europäischen Union. Rund eine Million Euro stehen zur Verfügung, die Stadt muss keinen Cent dazu bezahlen. Konkret geht es um ein neuartiges Sanierungsverfahren, bei dem in die bereits vorhandenen Wasserleitungen ein neuer Schlauch eingeführt wird, der das alte Rohr vollständig ersetzen soll (siehe Erklärung links unten).

„Arbeitsaufwand ist eine  immense Belastung“

 

„Wir waren schon lange auf der Suche nach einer Lösung“, ist sich Pongracz der Problematik bewusst. „Der Arbeitsaufwand im Zuge von Wasserrohrbrüchen in Form von Bau- und Personalkosten ist eine immense finanzielle Belastung.“ Bisher sind die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die Wasserleitungen komplett ausgetauscht werden müssen – Grabungsarbeiten mit Beeinträchtigung für den Handel und den Verkehr inklusive. „Aber mit unserem System gibt es das nicht“, erklärt Klaus Müller vom Unternehmen RS Technik. „Wir haben uns bei einem Förderprogramm der EU beworben und gewonnen. Die Umsetzung erfolgt in zwei Pilotprojektgemeinden – eine in Südtirol und hier in Oberwart.“ Zwar gebe es bereits Erfahrungen aus dem Bereich der Industrie, nun soll das Verfahren auch im kommunalen Bereich Fuß fassen. Umgesetzt wird das Projekt vom Unternehmen MM Kanal-Rohr-Sanierung. Geschäftsführer Manfred Mock betonte die Vorteile: „Wir müssen nur alle 200 Meter aufgraben, das neue Rohr besitzt sowohl gute Fließeigenschaften als auch gute Hydraulik.“

Aber auch wenn für das Verfahren nur alle 200 Meter Grabungsarbeiten notwendig sind, müssen die Hausanschlüsse dennoch einzeln freigelegt werden. Eine Million Euro stehen zur Verfügung, damit ist die Sanierung von einem Kilometer Leitung möglich. Insgesamt gibt es rund 80 Kilometer Leitungen, ein Viertel davon (20 Kilometer) müssten erneuert werden. Laut Pongracz soll mit den Leitungen unter der Hauptstraße begonnen werden: „Vom WIFI bis zur Schulgasse gibt es die meisten Rohrbrüche, da müssen wir anfangen.“ Angepeilter Start der Bauarbeiten ist April 2012. Bis dahin wird im Rathaus an einem genauen Konzept gearbeitet.