Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Extreme Höhenflüge. Reise / Und er fliagt, fliagt, .... wie ein 21-Jähriger, der im Leben nichts lieber tut. Bald fliegt Patrick Gollnhuber in über 7.000 Metern Höhe.

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Von Vanessa Bruckner

BAD TATZMANNSDORF / Fliegen gehört zu den ältesten Träumen der Menschheit. Wenn man dann noch selbst bestimmen kann, wann man den Boden unter den Füßen verlieren möchte, dann wird der Traum zur Realität. Eine Möglichkeit, sich diesen Wunsch zu erfüllen, ist das Paragleiten. Wen es einmal in den Himmel gezogen hat, der kommt so schnell nicht von diesem Abenteuer los.

Dieses Gefühl, frei zu fliegen, suchte den 21 Jahre alten Patrick Gollnhuber aus Bad Tatzmannsdorf schon sehr früh heim. Angefangen mit Modellflug ging es übers Paragleiten, Segelfliegen, Motorfliegen bis zum Helikopterpiloten.

Nun sucht Patrick, der mehrfacher steirischer Landesmeister im Streckenflug ist, ein neues Abenteuer. Das Projekt startet am 14. August 2013.

Geplant ist eine Expedition zu einem der nördlichsten Siebentausender der Erde, dem Pik Lenin. Mit fünf weiteren Kollegen - unter anderem die Bergsteiger Hans Goger und Florian Bruckner, die ebenfalls aus dem Burgenland kommen, möchte der 21-Jährige den dritthöchsten Gipfel der ehemaligen Sowjetunion besteigen. Der Extremsportler will dann versuchen, mit dem Paragleiter vom Gipfel, auf 7.134 Metern Höhe, zu starten.

„Die Reise führt über Istanbul in die Stadt Osch im mittelasiatischen Kirgistan. Von dort geht es über den Landweg weiter in das Basislager Atschik Tah, auf 3.800 Metern gelegen, von wo weg wir die ersten Aklimatisationstouren starten“, erzählt der Bad Tatzmannsdorfer.

Falscher Wind trägt 

Am Gipfel angekommen wird Patrick G., wenn es die Wetterbedingungen zulassen, zurück ins Basislager fliegen, während seine Kollegen einen zweitägigen Abstieg vor sich haben. Doch wie gefährlich ist es wirklich, aus so einer enormen Höhe zu starten und was muss alles beachtet werden? „Bevor man von dieser Höhe starten kann, muss man aber erst einmal rauf kommen“, erklärt Patrick Gollnhuber und sagt weiter: „Gute Vorbereitung, tolle Teamkollegen und natürlich auch die finanzielle Unterstützung im Vorfeld durch meine Sponsoren Saubermacher und Bergfuchs sind dabei entscheidende Faktoren.“

Am Gipfel des Pik Lenin erwarten die Extremsportler bis zu Minus 40°C. Oben angekommen muss das Wetter für einen Flug nahezu perfekt sein.

„Der Wind muss von der richtigen Richtung kommen und darf nicht stärker als 40km/h wehen“, erklärt der Bad Tatzmannsdorfer. „Es sollte vor allem kein Südwind vorherrschen, da ich dann Richtung Süden fliegen muss und ein Flug ins tadschikische Staatsgebiet sehr wahrscheinlich mit einem Gefängnisaufenthalt enden würde.“

Überflieger. Patrick Gollnhuber hängt lieber in der Luft ab. Im Sommer will er mit dem Paragleiter vom Gipfel des Pik Lenin fliegen. zVg