Erstellt am 01. Oktober 2015, 05:57

von Eva-Maria Leeb

Familie hat nun Wohnung. Entgegen der Bedenken von Bürgermeister Kurt Maczek wurde eine Flüchtlingsfamilie in einer Genossenschaftswohnsiedlung in Pinkafeld sehr freundlich aufgenommen.

 |  NOEN, © Alexandra Gruber

Nach der Aufregung um die Zusammenführung einer Flüchtlingsfamilie in einer OSG-Wohnung in Pinkafeld (die BVZ berichtete, siehe Link unten), gab es ein Gespräch zwischen Bürgermeister Kurt Maczek und Pfarrerin Sieglinde Pfänder von der Diakonie.



„Wir hatten ein gutes Gespräch, aus dem klar hervorging, dass die Bürgermeister allgemein derzeit sehr unter Druck stehen, weil die Bevölkerung sie intensiv mit ihren Ängsten vor den Fremden konfrontiert. Trotzdem ist natürlich klar festzuhalten, dass es das demokratische Recht von Privatpersonen ist, autonom zu entscheiden, an wen sie ihre Wohnungen vermieten“, sagt Pfänder. Die Diakonie sei hier, wie alle anderen Organisationen auch, auf die aktive und barmherzige Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um ihre Arbeit tun zu können.

„Es ist uns klar, dass es unbequem und schwer ist, mit den Massen an Menschen klar zu kommen, die jetzt über unsere Grenze schwärmen, unser Land durchziehen oder gar hierbleiben wollen. Aber sie sind da und sie brauchen Hilfe. Daran führt kein Weg vorbei“, so die Leiterin der Diakonie.

Mittlerweile hat die Familie, ein Ehepaar mit drei Kindern, die Wohnung bezogen. „Es ist eine entzückende, sehr nette Familie. Mit den Anrainern gibt keinerlei Probleme, im Gegenteil, viele freuen sich über die netten neuen Nachbarn“, erklärt Daniela Rotheneder-Stari, welche die Familie ehrenamtlich betreut. Sie ist Teil „Flüchtlingshilfe Pinkafeld Pink-Up-Help“, einer Plattform von ehrenamtlichen Helfern.