Erstellt am 15. Juli 2014, 11:33

Bande stahl 112 Reifen. Ermittler des Kriminaldienstes Oberwart haben eine Reifenbande ausgeforscht. Bereits im April wurde ein 38-jähriger Ungar festgenommen, der 40 in Oberwart gestohlene Reifen im Kleintransporter hatte.

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Nun konnte man ihm und zwei noch flüchtigen Mittätern einen weiteren Diebstahl von 72 Reifen in Weiden am See (Bezirk Neusiedl am See) nachweisen, so die Polizei am Dienstag.

Schaden von rund 50.000 Euro angerichtet

„Im April im heurigen Jahr ist unserer Streife in Rechnitz - wie so oft - ein ungarischer Kastenwagen aufgefallen. Markant war, dass er auf der Seite bei der Werbung die Telefonnummer abgeklebt hatte", berichtete Fritz Wurglits, Leiter des Kriminaldienstreferats bei einer Pressekonferenz in Oberwart. Bei der Kontrolle stellten die Beamten 40 Reifen, größtenteils für Klein-Lkw, sicher.

Der Ungar leugnete zunächst, weitere Delikte begangen zu haben, legte aber später ein volles Geständnis ab und gab auch zu, für einen weiteren ähnlichen Coup in Weiden am See mitverantwortlich zu sein. Dort sollen die drei Verdächtigen bereits im März bei einem Autohaus 72 hoch- bzw. neuwertige Mercedes-Reifen samt Alufelgen zum Teil abmontiert bzw. aus einem Container gestohlen haben, so ein Ermittler.

Die Bande, die laut Polizei auf Auftragsbasis für eine andere Tätergruppe gearbeitet haben soll, soll einen Schaden von rund 50.000 Euro angerichtet haben. Die Reifen, die in Weiden am See gestohlen wurden, konnten nicht mehr sichergestellt werden. Die Ermittlungen seien noch im Gange, auch die Kollegen aus Ungarn wurden kontaktiert, hieß es am Dienstag. Der 38-jährige, in Ungarn wegen Vermögensdelikten vorgemerkte Mann befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Ihm soll im August der Prozess gemacht werden.

Weitere Festnahme wegen Handel mit Suchtmitteln

Die Polizei berichtete außerdem über einen Ermittlungserfolg in der Anabolikaszene im Bezirk Oberwart. Bereits im Oktober des Vorjahres habe man einen 23-jährigen Mann aus dem Bezirk festgenommen. Dem Mann konnte der Handel mit Anabolika und anderen Suchtmitteln "im großen Stile" nachweisen, so ein Ermittler.

Der bereits verurteilte und frühzeitig aus der Haft (er bekam 24 Monate, Anm.) entlassene Dealer hat über einen Mittelsmann in Ungarn seine "Ware" bezogen und diese von 2008 bis zu seiner Festnahme gewinnbringend an 15 bis 20 Abnehmer im Bezirk und in der Steiermark gewinnbringend verkauft. Mit den Einnahmen habe er sich seinen Lebensunterhalt verdient. Besonders erschütternd sei gewesen, dass der jüngste Anabolika-Abnehmer erst 16 Jahre alt war, sagte ein Beamter.

Für die Suchtmittelermittler aus Oberwart waren die Erhebungen im Hinblick auf Anabolika Neuland. Ausgangspunkt sei der Tod eines 21-jährigen Südburgenländers im Mai 2013 gewesen, der regelmäßig Suchtmittel bei dem 23-Jährigen gekauft hatte. Er starb an einem Alkohol- und Drogencocktail. Ein Zusammenhang mit den zum Tod geführten Substanzen und dem Dealer konnte nicht nachgewiesen werden, hieß es von der Exekutive.