Erstellt am 25. November 2015, 11:08

von Michael Pekovics

Flüchtlinge ziehen in OSG-Wohnungen ein. Derzeit erfüllt Oberwart die 1,5 Prozent-Quote nicht. Als erster Schritt werden jetzt bis zu zehn Familien untergebracht.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Am ehesten erfüllt derzeit der Bezirk Oberwart die Flüchtlingsquote von 1,5 Prozent. In allen Gemeinden oder Bezirken, die darunter liegen, kann der Bund künftig mit dem sogenannten Durchgriffsrecht selbstständig Quartiere für Flüchtlinge schaffen.

Im Bezirk bräuchte es dafür rund 800 untergebrachte Flüchtlinge (derzeit rund 500), für Oberwart wären rund 130 Personen notwendig, um das Durchgriffsrecht des Bundes zu verhindern.

Ein erster Schritt zur Erfüllung dieser Quote wird nun unternommen: In der kürzlich von der OSG gekauften Siedlung entlang der Wienerstraße (

) sollen zehn Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien verwendet werden.

Pfänder: „Durchgriffsrecht verhindern“

Angemietet werden die Wohnungen von der Diakonie, Pfarrerin Sieglinde Pfänder hat in ihrer Predigt bereits um Unterstützung gebeten: „Wir wollen helfen und verhindern, dass der Bund bei uns durchgreifen kann.“ OSG-Chef Alfred Kollar rechnet mit einer möglichen Übergabe Anfang Februar: „Sowohl Gemeinde als auch wir als gemeinnütziger Wohnbauträger haben eine soziale Verantwortung, der wir hiermit nachkommen.“

Die Flüchtlingsfamilien werden sich auf die einzelnen Stiegen verteilen, die Mieter sollen im Lauf dieser Woche bei einer Mieterversammlung informiert werden. Der Mietzeitraum ist auf zwei Jahre begrenzt, laut OSG und Diakonie sollen in Oberwart vorwiegend Familien untergebracht werden. „Das ist definitiv besser, sonst könnte es sein, dass der Bund sein Durchgriffsrecht in Oberwart wahrnimmt“, sagt Stadtchef Georg Rosner.