Erstellt am 19. Juni 2013, 00:00

Formalfehler: Wahl wird jetzt wiederholt. Etappensieg / Unternehmer brachten im Land eine Beschwerde ein. Das Ergebnis: Die Wahl der Kurverwaltung wird neu ausgetragen.

Von Daniel Fenz

BAD TATZMANNSDORF / Im November 2012 wurde die Kurversammlung – eine Unterorganisation der Kurkomission – einberufen. Nach Abwarten von 30 Minuten für die Beschlussfähigkeit – von mehr als 100 wahlberechtigten Unternehmern waren nur 20 Prozent anwesend – erfolgte eine offene Wahl mit Stimmzettel.

Die Vorsitzende Sandra Spiegel von der Pralinenmanufaktur Spiegel und ihre Stellvertreterin Elisabeth Rehling vom Hotel Kastell stellten sich zur Überraschung nicht der Neuwahl, sondern fanden sich als Fixstarterinnen am Wahlzettel wieder.

Aufgrund dieser Vorgangsweise brachten sechs Beschwerdeführer beim Land eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde ein. Ein halbes Jahr später meldete sich die Aufsichtsbehörde zu Wort. In der Rückantwort an die Beschwerdeführer heißt es: „Die Kurversammlung vom 30. November 2012 war nicht beschlussfähig und ist jedenfalls zu wiederholen.“ Die Landesregierung spielt dabei den Ball zurück an die Kurkommission. „Jetzt sind wir am Zug, die Kurkommission wird sich mit der Beschwerde in den nächsten Wochen befassen“, sagt Bürgermeister Ernst Karner.

Simon: „Team muss sich neu positionieren“ 

Rudi Luipersbeck, Vorstandsdirektor der Kurbad AG, gibt zu, dass es formale Fehler gab. „In Bad Tatzmannsdorf gibt es viele Interessengruppen bei den Unternehmern. Man muss aufpassen, denn kleinste Fehler werden sofort kritisiert“, sagt Luipersbeck. Er klärt auf: „Es gibt eine Kurordnung, Basis ist das Burgenländische Heilvorkommen- und Kurgesetz (Fassung von 2012). In der Kurkommission sitzen einige wichtige Leute wie Bürgermeister Ernst Karner und Kurdirektor Dietmar Lindau. Alle Unternehmer des Ortes bilden die Kurversammlung. Wenn man unter 120 Unternehmen etwas nicht ordentlich macht, können Formalfehler kritisiert werden. Es wird und muss eine Neuwahl der Kurversammlung geben“, sagt Luipersbeck. Bernd Simon, Unternehmer glaubt, dass es nach der Neuwahl eine Neupositionierung geben muss. „Wir wünschen uns einen frischen Wind und neue Mitglieder in der Kurverwaltung. Wir wollen weg vom Kur- zum Urlaubsort.“

Konditor Christian Kaplan: „Ich wurde als Vertreter der Unternehmerseite gewählt Ich bin froh, wenn ich nochmals Stimmen bekomme. Ich hoffe aber auch, dass sich im Kurort in Zukunft einiges ändert.“ Viele Unternehmer sind sich jedenfalls einig. „Es war ein Formalfehler, die Wahl muss wiederholt werden“, sagt auch der in Bad Tatzmannsdorf beheimatete Hotelier Karl Reiter im Gespräch mit der BVZ.